Das Kariesrisiko steckt auch in den Genen

dginews-logo28.03.2017

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Wenn aggressive Bakterien den Zahnschmelz angreifen und eine Karies verursachen, ist für diesen Prozess eine schlechte Mundhygiene entscheidend verantwortlich. Allerdings spielt auch die genetische Ausstattung des Zahnbesitzers eine Rolle. Sind bestimmte Gene verändert, hat dies Auswirkungen auf Härte und Zusammensetzung des Zahnschmelzes – und damit auf dessen Widerstandsfähigkeit gegen bakterielle Attacken. Das haben Forscher von der Universität in Zürich herausgefunden. Diese Gene enthalten den Bauplan für Proteine, die als Signalstoffe die Entwicklung verschiedener Gewebe steuern – darunter auch die des Zahnschmelzes. Sind die genetischen Bauanleitungen für diese Signalproteine mutiert, funktioniert die Signalübertragung nicht richtig und verändert die Struktur des Zahnschmelzes.

Quellen: Sci Signal. 2017 Feb 7;10(465). pii: eaah4598. doi: 10.1126/scisignal.aah4598.
A cytoplasmic role of Wnt/β-catenin transcriptional cofactors Bcl9, Bcl9l, and Pygopus in tooth enamel formation.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28174279

Endlich wieder kraftvoll zubeißen

dginews-logo23.03.2017

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Bei völliger Zahnlosigkeit genügt es bereits, die Unterkieferprothese auf Zahnimplantaten zu verankern, um das Essen zu erleichtern und die Kaukraft zu erhöhen. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie mit Patientinnen und Patienten, die brasilianische Zahnärzte mit einer Vollprothese versorgten. Dabei wurde nur die Unterkieferprothese auf Zahnimplantaten verankert, während der Oberkiefer mit einer konventionellen Prothese versorgt wurde. Bereits vor Beginn der Implantattherapie untersuchten die Wissenschaftler den Kaukomfort und die Kaukraft der Patienten und wiederholten die Untersuchungen an mehreren Zeitpunkten der Therapie. Wie sie in einer Fachzeitschrift berichten, verbesserten sich der Kaukomfort, die Kaukraft und nicht zuletzt die Lebensqualität kontinuierlich im Laufe der Behandlung. „Das ist eine gute Nachricht für ältere Patientinnen und Patienten“, schreiben die Experten.

Quellen: Clin Oral Implants Res. 2016 Sep 11. doi: 10.1111/clr.12980. [Epub ahead of print]
Electromyography evaluation of masseter and temporalis, bite force, and quality of life in elderly patients during the adaptation of mandibular implant-supported overdentures.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27616640

Mundhygiene in der Steinzeit

dginews-logo21.03.2017

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Die menschlichen Urahnen in Altsteinzeit hatten zwar noch nicht das Feuer als Koch- und Brathilfe entdeckt, nutzten dafür aber offensichtlich schon hölzerne Holzsplitter als Zahnstocher. Das berichtet ein spanisches Forscherteam, das Teile eines menschlichen Unterkiefers untersucht hat, der zwischen 1,1 und 1,2 Millionen Jahre alt ist.

Die Analyse von Zahnstein an den Zähnen in diesem Unterkiefer zeigte, dass sich der Besitzer durchaus ausgewogen von Fleisch und stärkehaltigen Pflanzen ernährt hatte, allerdings nur in rohem Zustand. Gebratenes und Gekochtes schien nicht auf seinem Speisezettel zu stehen. Außerdem entdeckten Die Wissenschaftler Holzfasern, die auf eine Art von Zahnstocher hindeuten. Dies ist insofern ungewöhnlich, da es ansonsten nur bei einem 49.000 Jahre alten Neanderthal-Gebiß Hinweise auf diese klassische Form der Zahnreinigung gibt.

Quellen: Hardy, K. et al. (2016). Diet and environment 1.2 million years ago revealed through analysis of dental calculus from Europe’s oldest hominin at Sima del Elefante, Spain. The Science of Nature. DOI 10.1007/s00114-016-1420-x

Zahnarztangst und Schmerz

dginews-logo16.03.2017

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Wenn Patienten unter Angst vor dem Zahnarzt oder eine Zahnbehandlung leiden, hat dies nicht nur Auswirkungen darauf, wie schmerzhaft sie ihre Behandlung empfinden, sondern auch, ob sie erwarten, dass die Behandlung schmerzhaft sein wird. Das zeigt eine Untersuchung chinesischer Wissenschaftler, die insgesamt 35 Studien zum Thema Zahnangst erneut analysiert haben. Die Angst vor der Behandlung beeinflusst die Schmerzintensität, die betroffene Patienten während der Therapie empfinden – und diese Intensität hängt auch von der Erwartungshaltung ab. Darum empfehlen die Experten ihren zahnärztlichen Kolleginnen und Kollegen, das Thema Zahnangst auch bei der Schmerzbehandlung zu beachten.

Quellen: Journal of Dental Research jdr.sagepub.com Published online before print November 14, 2016, doi: 10.1177/0022034516678168
JDR November 14, 2016 0022034516678168
Association between Anxiety and Pain in Dental Treatment

Ein gesunder Mund im gesunden Körper

dginews-logo14.03.2017

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Zahnverlust und Zahnfleischerkrankungen gehen mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall einher. Das zeigt eine Untersuchung australischer Wissenschaftler mit mehr als 170.000 Erwachsenen, die zwischen 45 und 72 Jahre alt waren.  Die Forscher erhoben zunächst die Mundgesundheit der Probanden und verknüpften diese Ergebnisse mit Krankenhausaufenthalten in den nachfolgenden Jahren. Dabei zeigte sich eindeutig, dass das Risiko für Herzkreislauferkrankungen signifikant stieg, wenn die Probanden angaben, unter Zahnverlust und Zahnfleischentzündungen zu leiden. „Zahnverlust ist ein Marker für ein erhöhtes Risiko für Schlaganfall und Herzerkrankungen“, schreiben die Wissenschaftler.

Quellen: BMJ Open. 2016 Aug 30;6(8):e012386. doi: 10.1136/bmjopen-2016-012386.
Is poor oral health a risk marker for incident cardiovascular disease hospitalisation and all-cause mortality? Findings from 172 630 participants from the prospective 45 and Up Study. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27577588

Sozialkontakte, Depression und Mundgesundheit

dginews-logo09.03.2017

Wenn Senioren sozial gut eingebunden sind, Freunde und Gesellschaft haben, ist ihr Zahnverlust geringer ausgeprägt als bei alten Menschen, die weniger gut in eine Gemeinschaft integriert sind. Das haben japanische Forscher bei einer großen Untersuchung herausgefunden. Eine schlechte Mundgesundheit und fehlende Zähne wirken sich auf das Sozialleben nachteilig aus. Wer Probleme beim Lachen und Essen hat, meidet oft den Kontakt mit anderen. Bei einer Folgestudie haben die Wissenschaftler darüber hinaus festgestellt, dass Zahnverlust und Probleme mit der Mundgesundheit auch die Lebensfreude beeinträchtigen und dazu führen können, dass die Betroffenen depressiv werden oder sich eine Depression verstärkt.

Quellen:
BMJ Open. 2016 Apr 5;6(4):e010768. doi: 10.1136/bmjopen-2015-010768.
Community social capital and tooth loss in Japanese older people: a longitudinal cohort study.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27048636
J Am Geriatr Soc. 2017 Feb 6. doi: 10.1111/jgs.14777. [Epub ahead of print]
Oral Health and Incident Depressive Symptoms: JAGES Project Longitudinal Study in Older Japanese.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28165614

Zuckerkonsum und Karies

dginews-logo07.03.2017

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Je höher der Zuckerkonsum, desto höher ist das Kariesrisiko. Dies hat unlängst erneut ein internationales Wissenschaftlerteam bei einer begleitenden Untersuchung an Heranwachsenden in Brasilien bestätigt. Eine Gruppe von Kindern wurde immer wieder im Alter von vier, sechs, zwölf und 18 Jahren untersucht. Jene Kinder, die viel Zucker konsumierten hatten ein um 66 Prozent höheres Kariesrisiko als Kinder, die auf Süßes weitestgehend verzichteten. Dieses Risiko können Schulen reduzieren, wenn sie ihr Angebot auf eine gesunde Ernährung umstellen. Das zeigt eine weitere Studie australischer Forscher. Als eine Schule stark gezuckerte Getränke und Snacks nicht mehr anbot, war die Mundgesundheit der Kinder im Vergleich zu anderen Schulen in der Umgebung deutlich besser.

Quellen:
Sugar Consumption and Changes in Dental Caries from Childhood to Adolescence; Journal of Dental Research 2016, Vol. 95(4)
: J Paediatr Child Health. 2017 Jan 10. doi: 10.1111/jpc.13449. [Epub ahead of print]
Low sugar nutrition policies and dental caries: A study of primary schools in South Auckland.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28073166

Alter und Zahnbetterkrankungen

dginews-logo02.03.2017

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Chinesische Forscher haben jungen und alten Mäusen genau in den Mund gesehen, um etwas über die menschliche Mundgesundheit zu lernen. Bei den alten Tieren ist die Zahl der unterschiedlichen Bakterienarten in der Mundhöhle deutlich niedriger als bei jungen Tieren. Fachleute sprechen dann von einer geringeren Diversität des Mikrobioms im Mund. Dies schwächt die Abwehr gegen Keime, die Zahnbetterkrankungen (Parodontitis) verursachen. Genau stellten die Forscher auch bei den alten Mäusen fest. Als die Wissenschaftler den Tieren Bakterien in die Mundhöhle verabreichten, welche bei Parodontitis eine Rolle spielen, konnten die sich dort besser vermehren als bei den jungen Tieren. Das Fazit: Eine gute Mundhygiene ist auch im Alter wichtig, nicht nur bei Mäusen.

Quelle: J Dent Res. 2016 Apr;95(4):460-6. doi: 10.1177/0022034515625962. Epub 2016 Jan 13.
Effect of Aging on Periodontal Inflammation, Microbial Colonization, and Disease Susceptibility.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=Effect+of+Aging+on+Periodontal+Inflammation%2C+Microbial+Colonization%2C+and+Disease+Susceptibility