Kurze Implantate: Höhere Anforderungen

dginews-logo31.12.2015

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Der Wunsch vieler Patienten nach minimalinvasiveren, dennoch sicheren Möglichkeiten in der Implantologie ist – in Zusammenarbeit von Wissenschaft, Praxis und Industrie – mit einem mittlerweile eindrucksvollen Angebot an Möglichkeiten beantwortet worden.
Zu den noch jungen Produkten gehören beispielsweise kurze Implantate. Wiewohl sich bei Tests ermutigende Ergebnisse zeigen, liegen – so Prof. Dr. Germán Gómez-Román, Universität Tübingen und Pressesprecher der DGI, in einem Interview – bislang noch keine Langzeitstudien vor, die ein abschließendes Urteil ermöglichen könnten. In der Tat sei es so, dass für kürzere Implantate in der Regel weniger Knochenraum gebraucht werde, auch sei im Oberkiefer bei geringerem Knochenbestand ein kurzes Implantat zumeist gewebeschonender als ein langes und bringe dann einen geringeren invasiven Aufwand mit sich.

Ob ein Patient aber für kurze Implantate überhaupt geeignet ist, ließe sich erst nach eingehender Prüfung erkennen. Auch für die spätere Versorgung mit Zahnersatz stellten sich andere Herausforderungen: Die Belastbarkeit beim kurzen Implantat ist mit der bei einer langen klassischen Form nicht absolut identisch. Bei aller Unterschiedlichkeit der Implantat-Behandlungsmöglichkeiten bleibe aber eines immer wichtig, so Prof. Dr. Gómez-Román: Der sehr sorgfältigen Mundhygiene kommt eine enorme Rolle bei der Langzeitgesundheit des Implantates zu.

Zahnschmelzschäden: Manager besonders betroffen

dginews-logo29.12.2015

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Wie eine Veröffentlichung der Universität Bern zeigt, finden sich säurebedingte Schäden am Zahnschmelz (Erosionen) besonders häufig bei Managern, aber auch bei der Bevölkerung, die auf dem Land lebt. Der Verlust an Zahnschmelz geht zurück auf Säure-Kontakt, dabei werden Bestandteile aus dem harten Zahnschmelz herausgelöst und dieser geschwächt.

Erosionen können bei freiliegenden Zahnhälsen aber auch das empfindlichere Dentin betreffen – die Zahnschicht unter dem Zahnschmelz im sichtbaren und im normalerweise unsichtbaren Zahnwurzelbereich des Zahnes. Mit der Zerstörung der Oberfläche geht eine größere Schmerzempfindlichkeit bei Kontakt mit heißen, kalten und sauren Lebensmitteln einher. Warum Manager, unabhängig von der Art ihrer Ausbildung, ein besonderes Risiko für Erosionsschäden haben, konnte nicht festgestellt werden, so die Berner Forscher. Ein Zusammenhang mit einem erhöhten Konsum säurehaltiger Getränke (oder eventueller speichelreduzierender Antidepressiva) ist bei den ausgewerteten Studien nicht belegt.

Dagegen scheint die Lebensweise auf dem Land einen Ansatz zu liefern: Hier werden mehr frische Früchte konsumiert als bei der städtischen Bevölkerung. Schadlos ist, auch das zeigt die Veröffentlichung, das Kauen von Kaugummi: Auf die Konsistenz der Zahnoberflächen hat das keinen bemerkenswerten Einfluss.

Schwangerschaft: Auch Mundkeime verändern sich

dginews-logo22.12.2015

Schwangerschaft: Auch Mundkeime verändern sich

In der Schwangerschaft können sich aufgrund der veränderten Hormonsituation und der dadurch beeinflussten Immunantwort auch in der Mundhöhle leichter Entzündungen entwickeln. Insbesondere die äußere Schicht des Zahnfleischs kann zu deutlichen Blutungen neigen. Wie eine aktuelle Fachinformation der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie zeigt, ist für die Entzündungen eine größere Ansammlung an verschiedenen Bakterienfamilien unter dem Zahnfleischrand mitverantwortlich. Im Vergleich zu nicht-schwangeren Frauen hatten die werdenden Mütter nicht nur mehr Bakterien aus den verschiedenen Familien rund um die Zähne im Mund, sondern auch mehr von der Art, die ein großes Risiko für Zahnbettentzündungen darstellen. Offenbar passt sich der Biofilm, wie man die Bakterien-Melange nennt, der veränderten Hormon und Abwehrsituation an. Manche Bakterien können sogar ihre übliche „Ernährung“ durch herausgelöste Hormone ersetzen. Andere nutzen die reduzierte Abwehr, um sich im Gewebe auszubreiten. Die „Schwangerschaftsparodontitis“ klingt meist nah der Entbindung langsam wieder ab. Im ersten und dritten Trimenon der Schwnagerschaft soll, so die Fachgesellschaft, möglichst keine Zahnbettbehandlung durchgeführt werden. Um so wichtiger sei es, möglich parodontal gesund in die Schwangerschaft zu starten.

Kieferorthopädie: Behandlung mit Druck

dginews-logo17.12.2015

Kieferorthopädie: Behandlung mit Druck

Wenn Zähne im Kiefer verschoben werden sollen, dann nutzen Kieferorthopäden Apparaturen, die einen genau ausgerechneten Druck auf den Zahn ausüben und ihn damit von einer bestehenden Stelle an eine neue schieben. Dabei wird das Gewebe, das auf dem Weg des Zahnes zu seinem Ziel liegt, belastet und zerstört – so entsteht der notwendige Platz zum Wandern. Hinter dem Zahn bildet sich dafür neues frisches Gewebe, sowohl junger Kieferknochen als auch neues Zahnfleich. Wie der Berufsverband der Kieferorthopäden in einem Beitrag für eine Patientenzeitschrift vor einigen Wochen darstellte, erklärt das den leichten Schmerz, den Kinder anfangs nach dem Einsetzen eines neuen Drahtes in die Halterungen (Brackets) spüren: Er wird „eingespannt“ und sorgt mit Krafteinwirkung dafür, dass die Zähne wandern. Dabei werden auch Nervenbahnen gestresst, die entsprechend Schmerzen signalisieren.

Zahnzwischenraumpflege: lieber mit Bürstchen

dginews-logo15.12.2015

Zahnzwischenraumpflege: lieber mit Bürstchen

Wie ein kürzlich im Journal of Clinical Periodontology (JCP) veröffentlicher Beitrag zeigt, ist es für Patienten, die nicht sachgerecht mit Zahnseide umgehen können, sinnvoller, die Zahnzwischeräume mit Interdentalraumbürstchen zu reinigen. Nicht nur zur Vorbeugung von Zahnbettinfektionen (Parodontitis), sondern auch zur Verhütung von Infektionen rund um das Implantat ist eine sorgsame Mundhygiene auch in eher versteckten Bereichen wichtig.

Zahnfleischbluten kann ein erstes Signal für eine beginnende Entzündung sein. Vorbeugend sorgen spezielle Mundhygiene-Hilfsmittel für Sauberkeit: Zahnseide, die es in vielen Breiten und Beschichtungen gibt, und Zahnzwischenraumbürstchen („Interdentalraumbürstchen“), die ebenfalls in vielen Größen und Formen zur Verfügung stehen und damit dem individuellen Bedarf entgegenkommen.

Die Autoren des wissenschaftlichen Beitrags gehen davon aus, dass ungeübten Patienten der Umgang mit den kleinen Bürstchen leichter fällt als das „Fädeln“ mit der Zahnseide, zudem kann das Zahnfleisch bei unsachgemäßer Führung der straffen Zahnseide verletzt werden. Zahnseide sei eher für die geschulten Prophylaxeteams in den Zahnarztpraxen geeignet.

Kariesbakterien: Wie sie ihr Überleben sichern

dginews-logo10.12.2015

Kariesbakterien: Wie sie ihr Überleben sichern

Im Mund leben hunderte Bakterienvölker, die die unterschiedlichesten Aufgaben haben. Einige von ihnen werden als krankheitsfördernd oder –auslösend bezeichnet, dazu gehört die Gruppe der Streptococcus mutans-Bakterien. Sie sind hauptverantwortlich für Karies-Schäden an den Zähnen. Da manche Bakterien-Völker andere zu verdrängen suchen, müssen die Bedrängte sich dagegen wappnen. Wie das die Karies-Bakterien machen, hat jetzt eine Forschergruppe am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig entdeckt:

Mittels spezieller Signalstoffe konnten sie zeigen, wie Bakterien fremde DNA (Träger der Erbinformation) erkennen und aufnehmen. So ausgerüstet, konnten sie nicht nur besser im Verdrängungswettbewerb bestehen, sondern sogar Stoffe ausscheiden, die andere Bakterien vernichten. Diese Fähigkeit, so die Forscher, trägt vermutlich mit dazu bei, warum gerade die Gruppe der Streptococcus mutans-Bakterien eine so starke Rolle im Biotop Mundhöhle spielt. Die Forscher suchen nach Möglichkeiten, dieser Verbreitung gezielter entgegenwirken zu können.

Implantate: Manchmal müssen Kieferknochen aufgebaut werden

dginews-logo08.12.2015

Implantate: Manchmal müssen Kieferknochen aufgebaut werden

Bei „etwa jedem zweiten Patienten hat sich der Kieferknochen zurückgebildet, weil Zähne schon länger fehlen“: Darauf wies die Stiftung Warentest im Oktober in einem langen Beitrag rund um Zahn-Implantate hin. Wenn nicht genügend Kieferknochen vorhanden ist, findet das Implantat, das die Wurzel des verloren gegangenen Zahnes ersetzt, nicht genügend stabilen Halt finden. Ob ausreichend Knochenstärke vorhanden ist, erkennt man nicht immer von außen durch einen Blick auf die Situation: Meist ist ein Röntgenbild nötig, um sich ein klareres Bild zu verschaffen. Hier wird dann meist auch rasch deutlich, ob eventuell „vor dem Einsetzen ein Knochenaufbau nötig ist“, so Stiftung Warentest in ihrem Journal „test“.

Wenn fehlendes Knochenmaterial ersetzt werden muss, stehen heute verschiedene Verfahren und Produkte zur Verfügung. Ihr Einsatz ist abhängig davon, wie groß der Knochenverlust ist, wo er am weitesten fortgeschritten ist und welche Aufgabe das Knochenersatzmaterial übernehmen muss. Manchmal werden auch erschiedene Verfahren kombiniert. Erfahrene Implantologen können die Patienten über Chancen und Risiken der unterschiedlichen Produkte und chirurgischen Maßnahmen fundiert aufklären.

Schnarchen: Zahnärzte können oft helfen

dginews-logo03.12.2015

Bildquelle: iStock/ Wavebreakmedia

Bildquelle: iStock/ Wavebreakmedia

Schnarchen ist ein weit verbreitetes Phänomen, das nicht nur zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen für den Bett-Nachbarn führen kann, sondern auch für den Schnarchenden selbst: Atemaussetzer und kleine „Erstickungsanfälle“, die das Gehirn mit Weckimpulsen bekämpft, führen zu Schlafstörungen und können die Gesundheit auf vielerlei Art beeinträchtigen, von chronischer Müdigkeit über Depressionen und einem höheren Diabetes-Risiko bis hin zu Herzerkrankungen.

Manche Schnarch-Risiken lassen sich vermeiden, dazu gehören Übergewicht, zuviel Alkohol oder auch Schlafen in Rückenlage. Wenn Gewichtsverlust, eine andere Schlafposition und Alkoholverzicht nicht helfen, können Zahnärzte eine gute Anlaufstelle sein. Wie ein kürzlich veröffentlichter Patientenratgeber der Landeszahnärztekammer Brandenburg zeigt, können sie in vielen Fällen für Abhilfe sorgen.

Wenn der Körper schläft, erschlaffen viele Muskeln – auch die der Atemwege. Das kann zu verengten Atemwegen und in der Konsequenz Luftnot führen. Hauszahnärzte oder in Schnarchbehandlung fortgebildete Zahnärzte können mit Apparaturen wie beispielsweise einer Doppel-Zahnschiene die Zunge in eine vorverlagerte Position bringen und die Atemwege damit freier halten.

Säure und Überempfindlichkeit: neue Empfehlungen

dginews-logo01.12.2015

Bildquelle: iStock/ LianeM

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Während Karies in Europa in den zurückliegenden Jahrzehnten aufgrund vielfältiger Maßnahmen deutlich eingedämmt werden konnte, haben veränderte Ernährungsgewohnheiten und Lebensstile zu anderen Zahnerkrankungen geführt, die heute die Patienten, Zahnärzte und Krankenkassen erheblich beschäftigen. Dazu gehören säurebedingte Schädigungen der Zahnoberfläche („Erosionen“).

Wie die kürzlich veröffentlichte „Europastudie zu Überempfindlichkeit und Säureschäden“ zeigt, an der sich rund 3200 Zahnärzte und Patienten sowie Forscher aus sieben europäischen Ländern beteiligt haben, sind die von den Patienten bei Tests mit kaltem Luftstoß geäußerten Schmerzen deutlich stärker, als diese bei einer Befragung im Vorfeld selbst eingeschätzt hatten.

Die in Zusammenarbeit mit der Universität Bern/Schweiz durchgeführte Studie zeigte nicht nur Auslöser von Säureschäden (Säfte, säurereiches Obst, Sodbrennen, häufiges Erbrechen u.a.) und ihre Folgen auf (Schmelzkristalle werden aus der obersten Zahnschmelz-Schicht herausgelöst), sondern korrigierten auch eine Verhaltensempfehlung: Demnach sollte man nicht mehr, wie in früheren Jahren empfohlen, einige Zeit nach Zahnkontakt mit sauren Produkten mit dem Zähneputzen warten, um weitere Schmelzkristall-Verluste zu vermeiden. Es hat sich gezeigt, dass die Schmelzschäden mit der Wartezeit sogar größer wurden. Die neue Empfehlung: Unmittelbar nachdem Essen bzw. Trinken Zähne putzen. Bei häufigem Erbrechen allerdings sollte auf das Zähneputzen gleich danach verzichtet du der Mund nur ausgespült werden.