Ess-Störung: Zahnschäden verbreitet

dginews-logo01.09.2015

Young woman vomiting into the toilet bowl in the early stages of pregnancy or after a night of partying and drinking.

Schwere Ess-Störungen wie Magersucht und Bulimie (Ess-Brech-Sucht) führen zu erheblichen Zahnschäden, berichtete Prof. Dr. Annette Wiegend, Universität Göttingen, bei einem Kongress für zum Thema Ernährung und Mundgesundheit in Frankfurt.  Ungefähr 1 % der Mädchen sei von Magersucht betroffen, meist sind sie 15 bis 17 Jahre alt. Unter Bulimie leiden etwa doppelt so viele Mädchen, hier ist das Hauptalter 17 – 19 Jahre.

Auch Jungen und junge Männer sind mittlerweile öfter betroffen, machen aber noch die Minderheit aus. Die häufigste Zahnerkrankung sind sogenannte Erosionen: Aufgrund des Erbrechens bei den Bulimikerinnen löst der intensive Säurekontakt die Zahnoberfläche vor allem an den Rückseiten der Zähne auf. Rund 70 % aller Bulimie-Patienten hätten durch Erosion geschädigte Zähne. Bei den Magersüchtigen sind es die Säfte, die viele anstelle fester Nahrung zu sich nehmen.

Solche Zahnschäden sind den betroffenen Jugendlichen nicht unbekannt – viele von ihnen meiden daher Zahnarztbesuche so lange wie möglich aus Furcht, dass ihre Ess-Störung entdeckt wird. Zahnärzte könnten dagegen, so die Referentin, mit wiederholten Zahnflächen-Reparaturen und Zahnschutz die weitere Zerstörung oft aufhalten und den Zustand gewisserweise „einfrieren“, bis die Ess-Störung vielleicht in absehbarer Zeit überwunden ist.

Keramik: Pluspunkte bei Zahnersatz

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Zahnersatz aus Vollkeramik spielt in der Zahnmedizin eine immer größere Rolle, sagte Prof. Dr. Florian Beuer in einem Interview eines Fachjournals vor wenigen Wochen. In den Punkten Ästhetik, aber insbesondere auch Bioverträglichkeit habe das Material in den letzten Jahren neue Maßstäbe gesetzt. Neue computer-unterstützte Fertigungsverfahren machten die Herstellung von vollkeramischen Zahnersatz-Lösungen schneller und auch preiswerter.

Keramik gilt als „reaktionsträge“ und sei daher im aggressiven Biotop der Mundhöhle gut verträglich. Zu beachten ist dabei, dass es in der Zahnheilkunde nicht „die Keramik“ gibt, sondern sehr viele verschiedene Arten, die je nach Aufgabenstellung ihre Vor- und Nachteile haben.

In der Implantologie wird beispielsweise bei Patienten, die zu Knirschen und Zähnepressen neigen, manchmal bewusst ganz auf Keramik als Werkstoff für den Zahnersatz verzichtet, zumindest im Kau-Bereich. Hier kommen dann hochwertige neuere Kunststoffe zum Einsatz, die den starken Kaudruck etwas abfedern können und so davor schützen, dass der harte keramische Zahnersatz nicht durch die Stress-Belastung an besonders betroffenen Stellen absplittert.

Vorstehende Frontzähne: Vorsicht bei Stürzen

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Preschool girl with inline roller skates on, falling down

In der frühen Kindheit „erarbeiten“ sich manche kleinen Jungen und Mädchen weit vorstehende Frontzähne – beispielsweise durch lang anhaltendes Nuckeln oder Daumenlutschen. Die erworbene Zahnfehlstellung sieht nicht nur unschön aus und bringt den Kindern manchen Spott bis hin zu Mobbing im Kreis anderer Kinder ein, sondern führt auch zu Störungen der Atmung und der Zahngesundheit.

Auf einen weiteren Grund, die Fehlstellung früh zu korrigieren, verwies Prof. Dr. Angelika Stellzig-Eisenhauer, Universität Würzburg, kürzlich bei einem Kieferorthopädie Kongress in Bonn hin: Beim Herumtoben fallen Kinder oft auf den Mund, und wenn die Frontzähne zu weit vorstehen, gehen sie oft durch den Aufprall und die Zerstörung verloren.

Untersuchungen zeigen, dass eine vorbeugende kieferorthopädische Behandlung die Verletzungs- oder Zerstörungsgefahr für die Frontzähne deutlich reduziert und gleichzeitig das Selbstbewusstsein der betroffenen Kinder verbessert. Sie rief Eltern und Lehrer auf, sich mehr mit dem Aspekt „Bullying“ (aggressives Verhalten, Mobbing) unter Kindern zu befassen. Kinder würden, wie Erhebungen zeigen, nicht zuletzt aufgrund von Zahn-bezogenen Aspekten schikaniert. Hier sollte im Sinne der Kinder die bestehende Fehlstellung früh korrigiert werden.

Professionelle Zahnreinigung: Medizinische Prophylaxe

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A pretty young woman having a conversation with her friendly dentist

Die Professionelle Zahnreinigung, kurz: PZR, wird in manchen Medienberichten und Statements der Krankenkassen als sogenannte IGEL-Leistung bezeichnet – als Behandlungsverfahren also, das nicht medizinisch begründet ist. Dem widersprach die Bundeszahnärztekammer kürzlich deutlich: Der medizinische Nutzen der PZR sei gut belegt.

Vor allem für Patienten mit Parodontitis und einem hohen Kariesrisiko sei die PZR eine wichtige vorbeugende und auch therapeutische Behandlung. Sie unterstütze die Maßnahmen zur vollständigen Beseitigung aller bakteriellen Beläge. Bakterienbeläge lösten Karies und Parodontitis aus – daher bezuschussten viele Krankenkassen die PZR auch auf freiwilliger Basis.

Adipositas bei Kindern: Folgen für die Mundgesundheit

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Ein Kongress von Kinderzahnärzten und Kieferorthopäden im April in Frankfurt widmete sich den Folgen von starkem Übergewicht /Adipositas) auf die Mundgesundheit bei Kindern. Dabei zeigte sich, dass adipöse Kinder früher Reifeentwicklungen erreichen als normalgewichtige Kinder.

Das bedeutet, dass ihr Zahnwechsel rund ein halbes Jahr früher stattfindet und eine geplante Kieferorthopädische Behandlung entsprechend früher beginnen muss. Adipöse Kinder haben etwa doppelt so viele Fettzellen wie gesunde Kinder, und da das Fettgewebe metabolisch aktiv ist, also den Stoffwechsel beeinflusst, heilen Entzündungen am Zahnfleisch schlechter ab – das Risiko, dass solche Kinder eine chronische Parodontitis (Zahnbettentzündung) bekommen, ist ebenso erhöht wie das Risiko für Karies, da das Fettgewebe auch die Aktivität der Speicheldrüsen verändert. Sehr übergewichtige Kinder bewegen sich zwar weniger als normalgewichtige, sie stürzen aber öfter mit der Folge von Schäden an den Frontzähnen, weil ihr Gleichgewichtssinn gestört ist.

Nicht nur Eltern, so die Referenten von verschiedenen Universitäten, sondern auch manche Zahnärzte und Kieferorthopäden wissen nicht, dass Adipositas die Behandlungserfolge behindern und die Behandlung selbst hinauszögern könne. Das sollte aber beachtet werden.

Demnächst in der Praxis: Atemluft-Diagnostik

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Mundgeruch kommt aus der Tabu-Ecke – jedenfalls in der ärztlichen bzw. zahnärztlichen Praxis und zwar dann, wenn die Entwicklung neuer technischer Messgeräte Praxisreife erlangt hat. Dann wird es möglich sein, anhand des Mundgeruchs Krankheiten wie Krebs, Infektionen oder auch eine Blutvergiftung zu erkennen.

Derzeit wird ein Kopfkissen getestet, das während des Schlafens die Atemluft überwacht. Verändert er sich, meldet das Gerät entsprechende Angaben. War die Technik anfangs eher für Kliniken und Operationssäle gedacht, denkt man heute auch an den Einsatz zuhause: So könnten Patienten frühzeitig Veränderungen ihres Stoffwechsels oder andere Warnsignale ihres Körpers erkennen und frühzeitig eine ärztliche Behandlung beginnen. Die modernen Diagnose-Verfahren wurden vor wenigen Wochen auf der Hannover Messe vorgestellt und fanden dort viel Beachtung.

Antidepressiva: Konsequenzen für Implantate

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Die Folgen von Antidepressiva, Medikamenten gegen Depressionen und Belastungsstörungen, auf die Mundgesundheit sind vielfältig. Unter anderen führen sie zu reduziertem Speichelfluss. Das bedeutet, dass die Zähne nicht mehr in ausreichendem Maße von Speichel umspült werden. Damit sinkt auch die Chance, dass die Inhaltsstoffe des Speichels erste Zahnschmelzschäden „reparieren“, die Folge: Das Risiko für Karies steigt deutlich.

Nun hat eine Studie der International and American Association für Dental Research (IADR/AADR) gezeigt, dass entsprechende Produkte, die auch unter dem Begriff Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) bekannt sind, nicht zuletzt für Implantat-Patienten relevant sind: Offenbar heilen Implantate bei SSRI-Patienten schlechter ein. Da außerdem, wie in Mediziner-Kreisen bereits bekannt, diese Arzneimittel auch die Knochenregeneration ungünstig beeinflussen und beispielsweise ein Risiko für Knochenbrüche darstellen, sollten Patienten ihre Zahnärzte, mit denen sie über eine Implantatversorgung nachdenken, über die Einnahme solcher Präparate unbedingt informieren.

Kieferorthopädie: Nicht zu spät

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Die wenigsten Zahnfehlstellungen gehen auf angeborene Störungen oder Vererbung zurück – die meisten werden in der frühen Kindheit erworben durch falsches Verhalten wie übermäßiges Nuckeln am Schnuller oder am Daumen. Dabei wird der noch wachsende Kiefer durch den „Störer“ zwischen den Zähnen verformt.

Viele Eltern gehen davon aus, dass sich die Fehlstellungen (offener Biss, zu weit nah vorn stehende Zähne) mit dem Herauskommen der bleibenden Zähne legen werden. Das sei falsch, sagte im April die Kieferorthopädin Prof. Dr. Heike Korbmacher-Steiner, Universität Marburg, bei einem Fachkongress in Bonn. Sie plädierte dafür, so früh wie möglich in die falsche Entwicklung einzugreifen und diese zu stoppen.

Schon im Alter zwischen fünf und sieben Jahren, rund um die Einschulung, kann es für ein Abbremsen des fehlerhaften Knochenwachstums zu spät sein – dann bliebe nur noch eine aufwändige spätere Korrektur. Sie rief die Eltern dazu auf, lieber früher als zu spät eine kieferorthopädische Praxis aufzusuchen: Nur wenn die Fehlstellung und die Fehlfunktion des Kiefers sehr früh erkannt und korrigiert werde, habe der Körper die Chance, sich normal zu entwickeln.erkannt und korrigiert werde, habe der Körper die Chance, sich normal zu entwickeln.

Unterstützende Parodontaltherapie verhindert Zahnverlust

dginews-logo02.07.2015

© gettyimages

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Eine regelmäßige Kontrolle und professionelle Zahnreinigung, die sogenannte unterstützende Parodontaltherapie, ist für die Zahn- und Mundgesundheit von Patienten mit Entzündungen des Zahnbetts unerlässlich. Das belegt eine neue Studie US-amerikanischer Wissenschaftler. Die Forscher hatten mehrere klinische Studien einer erneuten Analyse unterzogen und dabei den Zusammenhang zwischen Therapietreue (Compliance) der Patienten und Zahnverlust ausgewertet.Patienten, welche nicht regelmäßig zu der empfohlenen Erhaltungstherapie kamen, hatten binnen fünf Jahren signifikant mehr Zähne verloren als jene Patienten, die ihre Termine einhielten.