Parodontitis: Zusammenhang mit Piercing

dginews-logo11.09.2018

Parodontitis: Das Zahnfleisch ist gerötet und teilweise geschwollen, andererseits fehlt es zwischen den Zähnen. Die Zähne sind gelockert, der knöcherne Unterbau ist zum Teil verlorengegangen.

Wie ein Parodontologie-Wissenschaftler an der Universität Basel herausfand und kürzlich berichtete, haben Zungen- und Lippen-Piercings direkte und auch lokal sichtbare Folgen auf die Gesundheit des Zahnbettes. Es zeigte sich, dass insbesondere an den Stellen, wo das Zahnfleisch mit dem Piercing in Kontakt kam, deutlich erhöhte Entzündungswerte vorlagen. Die betroffenen Zähne in dieser Region waren im Vergleich zu den übrigen Zähnen im Mund entzündungsbedingt teilweise stark gelockert, die Zahnbettentzündung (Parodontitis) an diesen Zähnen war stärker, und es blutete bei der Untersuchung intensiver. Weitere Beobachtungen bestätigen die Entdeckung: Während ansonsten die Zahn- und Zahnbettgesundheit in Ordnung war, war das Gewebe im Kontaktbereich mit dem Piercing entzündet und teilweise bereits zerstört. Grund ist die „Fehlbelastung“, der chronische Druck durch die unnatürlichen Kontakte. Auch sehr aufwändige und belastende zahnmedizinische Verfahren, nach Entfernen des Piercings den Zustand des Zahngewebes wieder zu verbessern, führen gerade im ästhetisch wichtigen Frontzahnbereich zu oft nicht wirklich befriedigenden Ergebnissen. Die Wissenschaftler wollen diese (und weitere) Erkenntnisse noch ausführlicher der Öffentlichkeit vorstellen, um vor Piercings im Mund eindringlich zu warnen.