7. Bakterien: Aus dem Mund, in den Körper

dginews-logo16.01.2018

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Zahnbettentzündungen gehen auf spezielle Bakteriengruppen zurück, die sich in einer Zahntasche, geschützt vor häuslichen Mundhygienemaßnahmen wie Zähneputzen, ausbreiten. Da der Körper solche Infektionsstellen mit Abwehrmaßnahmen bekämpft, ist die entzündete Zahntasche unter anderem mit der Blutbahn verbunden, über die Abwehrzellen zum Entzündungsherd transportiert werden.

Allerdings geht der Transport an Zellen auch in die entgegengesetzte Richtung: Parodontitis-Keime gelangen ihrerseits in die Blutbahn und schwimmen mit dem Blutstrom durch den Körper. Sie wirken unter anderem auf das Immunsystem, das daraufhin Stoffe produziert und seinerseits in die Blutbahn gibt, die sogar entzündungsförderlich sind. Aber auch direkt haben diese Mund-Keime Kontakt mit Organen und Gewebe an vielen Stellen des Körpers. Insbesondere wenn der Körper ohnehin schon mit Krankheiten belastet ist, die ihrerseits auf Entzündungen spezifischer Strukturen zurückgehen bzw. von ihnen begleitet werden, können Parodontitis-Bakterien aus dem Mund dazu beitragen, dass diese Erkrankungen sich verstärken bzw. weniger gut zu behandeln sind. Sowohl bei Parodontitis-Patienten als auch solchen mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen müssen daher immer alle möglichen weiteren Faktoren untersucht und beachtet werden, um die Erkrankung besser in den Griff zu bekommen.