Essen in Gesellschaft: Hoher Grad an Lebensqualität

dginews-logo31.08.2017

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Das gemeinsame Essen mit Familie und Freunden spielt für die Menschen heute eine sehr große Rolle hinsichtlich der Lebensqualität, ergab eine Studie, die Prof. Dr. Dr. Knut A. Grötz, Mitglied des DGI-Vorstandes, kürzlich bei einem zahnärztlichen Fachkongress vorstellte. Demnach werde ein Verlust dieser Fähigkeit deutlich stärker bewertet als beispielsweise eine Gangstörung. Das untermauert die große Rolle, die Zähne und Mundhöhle für die Lebensqualität der Patienten spielen. Zahnärzte und Patienten müssten dies beachten, wenn es um die Vorbeugung von Munderkrankungen gehe, aber auch, wenn allgemeinmedizinische Erkrankungen zu regelmäßiger Medikamenteneinnahme führten, insbesondere wenn diese Arzneimittel Auswirkungen auf die Kieferknochen hätten wie Medikamente der Gruppe der „Bisphosphonate“.

Es sei sinnvoll, das Zeitfenster vor Gabe dieser Arzneimittel für eine gründliche Prophylaxebehandlung des Mundraums zu nutzen, die Maßnahme wirke sehr gut und solle auch dazu dienen, mögliche Infektionen in Mundraum zu vermeiden und daher den Gesamtorganismus von weiteren „Krisenherden“ zu entlasten. Insbesondere sei die Zahnbettinfektion („Parodontitis“) ein Hauptauslöser für die Zerstörung von Kieferknochen („Kiefernekrose“) in dieser Patientengruppe. Auch Druckstellen durch Zahnersatz sollten vermieden bzw. behandelt und weiterer Belastung vorgebeugt werden. Die Maßnahmen zeigten Erfolg: Heute könnten bei diesen Patienten weit mehr eigene Zähne erhalten werden als früher.

Patient in der Zahnarztpraxis: Mann oder Frau?

dginews-logo29.08.2017

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Es gebe weit mehr Unterschiede zwischen Patientinnen und Patienten als die „Schwangerschaftsgingivitis“. Schon 1996 habe eine DH in Kanada trefflich dargestellt, dass „Zähne“ bei Männern und Frauen nicht gleich sein können, da sie in einem Männer- oder einem Frauenkörper steckten, sagte PD Dr. Dr. Christiane Gleissner, Präsidentin der wissenschaftlichen Fachgesellschaft Gender Dentistry International, bei der diesjährigen zahnärztlichen „Sommerakademie“ in Ludwigsburg. Auch wenn die Zähne von Männern und Frauen optisch nicht einem Geschlecht zuzuordnen waren, wie eine Studie ergab, seien sie strukturell doch unterschiedlich.

Männerzähne zeigten ein dickeres Dentin, eine größere Pulpakammer und einen kraftvolleren Knochen als Lager, weitere anatomische Unterschiede gebe es auch im Bereich anderer oraler Strukturen. Weltweit zeigten entsprechende Studien, dass Frauen eher zu Karies neigten, unabhängig vom Putzverhalten, Männer wiesen dagegen mehr schwere Parodontalerkrankungen auf. Zwar gebe es in der Zusammensetzung der oralen Mikroflora keine Unterschiede, wohl aber bei den Wirtsfaktoren. Zu den spannenden Herausforderungen gehöre die Suche nach genetischen Gründen für geschlechterspezifische Unterschiede Bei Zähnen, Zahnbett und Mundraum, hier spielte das X- und das Y-Chromosom und besonders das Amelogenin bei der Schmelzbildung eine Rolle. Rund 1000 Gene auf dem X-Chromosom würden mit dem Immunsystem in Verbindung gebracht.
Allerdings dürfe man bei Gender Dentistry nicht nur die biologischen Unterschiede beachten, sondern müsse auch die soziologischen Besonderheiten von Männern und Frauen und ihre „Rollenbilder“ berücksichtigen. Als Beispiel nannte sie die Rauchentwöhnung, die schon allein deshalb bei Männern und Frauen unterschiedlich ausgerichtet sein müsse, weil das Rauchen selbst verschiedene Bedarfe erfülle.

Zahnfleischprobleme: Schwangere besonders betrachten

dginews-logo24.08.2017

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Patienten in der Zahnarztpraxis seien alle individuell zu betrachten, sagte Prof. Dr. Petra Ratka-Krüger von der Universität Freiburg bei einem Kongress für das Praxisteam in Baden-Württemberg vor ein paar Wochen – jeder bringe seine eigenen gesundheitlichen und persönlichen Besonderheiten mit. Zudem solle jeder auch insofern individuell betrachtet werden, als das übliches Vorgehen zu Problemen führen könnte, wenn man ihm ungeprüft folge.

Beispielsweise könne eine „typische Schwangerschafts-Gingivitis“ auch ein Signal für eine Bluterkrankung sein – dies sei auf den ersten Blick nicht erkennbar und erfordere ein zweites, genaueres Hinsehen. Andererseits könnten sich Gewebeveränderungen zeigen wie beispielsweise ein Progenes Granulom („Schwangerschafts-Tumor“), das in der Regel keiner Behandlung bedürfe und sich nach der Schwangerschaft rückbilde. Anders als oft berichtet solle eine Behandlung, die notwendig sei, auch in der Schwangerschaft erfolgen, darunter Schmerztherapie und auch Professionelle Zahnreinigung. Lediglich im 1. und im 3. Trimenon der Schwangerschaft sollten größere Eingriffe, die nicht zwingend seien, verschoben werden. Ein gesunder Mundraum sei auch mit Blick auf die Allgemeingesundheit der jungen Mutter förderlich.

Schmerzmittel: Unterschiedliche Wirkung bei Frauen und Männern

dginews-logo22.08.2017

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Auf unterschiedliche Reaktionen von Männern und Frauen auf Schmerzmittel (Analgetika) wies kürzlich Prof. Dr. Dr. h.c. Vera Regitz-Zagrosek, Präsidentin der Deutschen und Gründungspräsidentin der Internationalen Gesellschaft für geschlechtsspezifische Medizin bei einem zahnärztlichen Fachkongress hin. Zwar wisse man heute bereits recht gut Bescheid über die unterschiedliche Wirkung von Medikamenten bei weiblichen und männlichen Patienten, das bedeute aber nicht, dass dieses Wissen bereits überall in den Praxen angekommen sei.

Arzneimittelforschung werde zudem nach wie vor zumeist an weißen Männern durchgeführt, dabei werde außer acht gelassen, dass das Hormon- und Stoffwechselsystem bei Männern und Frauen unterschiedlich arbeite. Beispielsweise verstärkten einer Studie zufolge spezielle Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen, die bei Männern sehr gut anschlugen, bei Frauen dagegen diese Erkrankung erheblich. Auch seien Leber- und Nierenfunktion bei Frauen und Männern unterschiedlich und damit auch Wirkung und Abbau der Arzneimittel. Deutlich größer als bei den Frauen sei unter Männern der Anteil, der an Plötzlichem Herztod versterbe – hier seien die Frauen durch Stoffe besser geschützt, die ihr Hormonsystem produziere. Bei der Medikamentenvergabe sei daher auch die unterschiedliche Wirkung auf Männer und Frauen zu beachten.

Auch in der Zahnmedizin: Der kleine Unterschied

dginews-logo08.08.2017

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Der Blick auf die Patienten und ihre individuellen Voraussetzungen und Bedürfnisse spielt auch in der Zahnmedizin eine steigende Rolle. Nicht nur das Alter der Patienten und ihre Vorerkrankung, auch das Geschlecht wird immer öfter beachtet, wenn es um Prävention und Therapie geht.
Bei einem großen zahnärztlichen Fachkongress in Ludwigsburg in diesem Sommer wurde deutlich, dass Männer und Frauen, aber auch multimorbide alte Patienten nicht zuletzt hinsichtlich der Vorbeugung von Zahn- und Munderkrankungen unterschiedliche Bedarfe haben: Die Prophylaxe müsse heute individueller und ganzheitlicher auf den jeweiligen Patienten ausgerichtet werden, sagte Prof. Dr. Johannes Einwag/Stuttgart.

In der Zahnmedizin bestehe noch Entwicklungsbedarf, was die entsprechenden Erkenntnisse für die individualisierte Versorgung der Patienten erfordern. Zudem gebe es Schulungsbedarf für die Zahnärzte und das Praxisteam, um den bereits bekannten individuellen Voraussetzungen der Patienten noch mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Hier sei auch die Wissenschaft gefordert, die bestehenden Erkenntnisse mit Fakten und Empfehlungen zu untermauern.

Unsichtbare Kieferorthopädie für Erwachsene: medizinische Vorteile

dginews-logo04.08.2017

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Auch im Vorfeld einer Implantatversorgung kann eine kieferorthopädische Behandlung sinnvoll sein: Unter anderem ist es möglich, die notwendige Zahnlücke so zu erweitern, dass ein Implantat den notwendigen Platz findet, um in ausreichend Knochen gut einzuheilen. Die Kieferorthopädie arbeitet mit der Biologie: Durch gezielte Krafteinwirkung werden die Knochenzellen im Kiefer an der einen Stelle abgebaut und an anderer Stelle neu aufgebaut – so kann sich eine Zahnlücke dem Bedarf anpassen.

Mit sichtbaren festsitzenden Apparaturen wie Brackets muss heute aber kein Erwachsener mehr in den Spiegel schauen, es gibt längst etablierte „unsichtbare“ Verfahren wie beispielsweise Lingual-Brackets. Diese werden an den Zahninnenseiten angebracht und erwiesen sich in entsprechenden Tests zudem als weniger zahnschmelzbelastend als bei Klebung auf der Zahnfront. Bisher galt die Behandlung als medizinisch nicht notwendig und führte zu Problemen bei der Erstattung der Behandlungskosten. Das hat sich vor wenigen Wochen geändert: Laut Fachzeitschrift „kn-aktuell“ hat die Behandlung mit Lingual-Brackets medizinische Vorteile, die gerichtlich bestätigt wurden; so bestehe berechtigte Hoffnung auf künftige Kostenübernahme durch die private Krankenversicherung.

Mehr Zahnverlust durch Parodontitis als Karies

dginews-logo01.08.2017

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Aktuelle Untersuchungen belegen, dass aufgrund verbesserter Mundhygiene und einer intensiven zahnärztlichen Prophylaxe dazu geführt hat, dass mit zunehmendem Alter mehr Zähne aufgrund von Zahnbettentzündungen (Parodontitis) als wegen Karies verloren gehen. Es bestehen darüber hinaus Beziehungen zwischen Parodontitis und dem Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt und Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit).

Eine gründliche häusliche Mundhygiene – einschließlich der Reinigung der Zahnzwischenräume – spielt darum eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, eine Parodontitis zu verhüten. Auch die professionelle Zahnreinigung (PZR) kann – dem individuellen Risiko angepasst – einer Entzündung des Zahnhalteapparates vorbeugen. Wenn Patientinnen oder Patienten an einer Parodontitis leiden, is die PZR in Verbindung mit einer unterstützenden Parodontitis-Therapie für den Langzeiterfolg der Behandlung von entscheidender Wichtigkeit.