Zahnimplantate: Schutz für die natürlichen Zähne

dginews-logo30.08.2016

Close up of a Dental implant model. Selective focus.

Junge und ältere bzw. alte Menschen haben meist unterschiedliche Gründe für die Versorgung mit einem implantatgetragenen Zahnersatz: Bei jungen Leuten muss meist ein Einzelzahn ersetzt werden, der beispielsweise wegen eines Unfalls verloren ging. Bei älteren Menschen spielt Zahnverlust aufgrund von Zahnbettentzündungen oder Abbau von Knochen und Zahnbettgewebe die größte Rolle. Implantate werden, zeigt eine Studie an der Universität Göttingen, bei diesen Patienten aber nicht nur zum Ausgleich der verloren gegangenen Zähne gesetzt, sondern nicht selten auch, um gleichzeitig das Zahnbett rund um die noch erhaltenen natürliche Zähne zu stabilisieren und vor weiterem Abbau zu schützen.

Da sich Gewebe wie Knochen, Muskeln, Haltegewebe mit der Zeit zurückbildet, wenn es nicht belastet wird, gibt der implantatgetragene Zahnersatz gesunde Signale für den Gewebeerhalt bzw. die Regeneration. Mit einem gesunden stabilen Zahnbett steigt die Chance auf eine lange Lebensdauer der natürlichen eigenen Zähne. Sorgen bereiten manchen Älteren bei der Frage „Implantat – Ja oder Nein“ ihr allgemeiner Gesundheitszustand. Die Studie zeigte aber, dass die älteren Teilnehmer trotz Erkrankungen wie Herzschwäche, Bluthochdruck oder Diabetes kein bedeutend größeres Risiko hatten, das gesetzte Implantat wieder zu verlieren – zeigte sich kein negativer Einfluss der Implantation auf die Allgemeinerkrankungen.

Zahnverfärbung: nur unschön oder Krankheits-Zeichen?

dginews-logo25.08.2016

Bildquelle: iStock/ RapidEye

Bildquelle: iStock/ RapidEye

In Zeiten wie heute, wo „weiße Zähne“ als schön und Zeichen für Gesundheit und kraftvolle Energie gesehen werden, erleben manche Menschen Zahnverfärbungen als belastend. Während es früher „normal“ war, dass Zähne im Laufe des Lebens grau oder gelblich werden und Pigmenteinlagerungen von den Spuren des Lebens und seiner Genüsse berichten, sieht man heute viele ältere und auch alte Menschen, die vergleichsweise jugendlich wirkende „weiße“ Zähne haben. In der Regel sind Zahnverfärbungen kein Zeichen einer Erkrankung, sondern kommen von Zahnstein und Farbstoffen, wie sie beispielsweise in Tee, Rotwein, Wein etc. enthalten sind.

Auch manche Medikamente können zu Verfärbungen führen. Kleinste Teile dieser Farbstoffe lagern sich auf den Zähnen ab und setzen sich dort fest – in der Regel sind sie durch normales Zähneputzen nicht zu entfernen. Vor einem Bleaching (Bleichen) der Zähne sollte daher zuerst der Pigment-Zahnbelag entfernt werden: Erst dann zeigt sich der natürliche Farbton der Zähne und damit die Grundlage für eine eventuelle Aufhellung. Anders liegt der Fall, wenn die Verfärbung „von innen“ kommt, sagte Prof. Dr. Wolfgang Buchalla, Uniklinikum Regensburg, in einem Beitrag für eine Zeitschrift: Auch Karies oder Zahnwurzelerkrankungen können Zahnverfärbungen verursachen und sind daher ernstzunehmende Signale. Sie zeigen sich allerdings zumeist nur an einzelnen Zähnen. Am besten bespricht man mit seinem Zahnarzt, welche Ursache die störenden Farbveränderungen haben und wie man, falls gewünscht, am schonendsten Abhilfe schafft.

Kontrollbesuch beim Zahnarzt: wie oft ist normal?

dginews-logo23.08.2016

In Ratgebern werden zumeist halbjährliche Besuche in der Zahnarztpraxis empfohlen, um den Mund auf Gesundheit oder erste Anzeichen einer Erkrankung hin zu untersuchen – und früh eingreifen zu können, ehe sich größere Schäden entwickeln. Der halbjährliche Rhythmus ist allerdings keine Regel: Es gibt viele Patienten, die ganz andere zeitliche Spannen benötigen. Der ideale Abstand zwischen zwei Kontrollbesuchen ist daher immer der „individuell“ richtige.

Für einige wenige Menschen mit sehr wenigen Risiken für Zahn- oder Zahnfleischschäden und sehr guter Mundhygiene kann auch ein einmaliger Kontrolltermin im Jahr ausreichend sein – für einen anderen, der ebenfalls sehr gute Mundhygiene betreibt, aber nicht, weil er beispielsweise aufgrund von Erkrankungen, durch Medikamentennutzung oder auch durch Veranlagung ein höheres Munderkrankungsrisiko hat. „Für Patienten mit Zahn-Implantaten gibt es keine feste Regel“, sagt DGI-Pressesprecher Prof. Dr. Germán Gómez-Román.

Die Intervalle richten sich nach dem Zeitpunkt der Implantation (anfangs häufiger, später seltener), dem Aufwand der Implantation (Augmentation oder nicht) und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Mundes und des Patienten: „Ein Patient mit beispielsweise einem Diabetes und entsprechenden Einheilungsbelastungen wird öfter in die Praxis zur Kontrolle gehen müssen als ein gesunder Mensch.“ Mundgesundheitsvorsorge sei immer individuell, so Professor Gómez-Román.

Forschung: Sicherheit der Implantate weiter verbessern

dginews-logo18.08.2016

Medizinische Implantate wie zu Beispiel ein neues Kniegelenk ebenso wie zahnmedizinische Implantate stehen seit Jahren im Fokus der Wissenschaft: Sie haben betroffenen Menschen viel Lebensqualität zurückgebracht. Dennoch gibt es, statistisch gesehen, Einzelfälle, wo sich rund um solche Implantate Entzündungen entwickeln – aus den verschiedensten Gründen.

Ein Weg, solche Entzündungen zu vermeiden oder zu reduzieren, könnten, so zeigen aktuelle Forschungsberichte, entsprechende Oberflächenbehandlungen sein. Dabei geht es um den schwierigen Spagat, einerseits erwünschte Zellen zur „Anlagerung“ einzuladen, damit das Implantat fest mit dem Körper verwächst, andererseits unerwünschte Zellen und Keime abzuwehren. Ein Orthopädie-Wissenschaftlerteam an der Universität Jena setzt, so eine aktuelle Studie, große Hoffnung in die Beschichtung künstlicher Hüft- und Kniegelenke mit einem speziellen Antibiotikum. Dieses muss nach wenigen Tagen komplett abgebaut sein, um nicht einer Antibiotikaresistenz Vorschub zu leisten.

Erst dann werden die darunterliegenden „Poren“ des Gelenkersatzes frei für die Zellen, die die stabile Verbindung mit dem Körper schaffen sollen. Das Verfahren ist noch in der Erprobung. Ob eine antibiotische Beschichtung auch für zahnmedizinische Implantate ein sinnvoller Weg ist, ist eher fraglich: Die Mundhöhle ist „offen“ und kein steriler Raum – daher wird in der Zahnmedizin meist im Vorfeld der Operation eine mögliche Infektion mit oraler Antibiotikagabe „abgeschirmt“.

Zahnungsbeschwerden: viele Hilfen für die Kleinen

dginews-logo16.08.2016

Die meisten jungen Eltern kennen das: Nach einigen Wochen beginnt das Kind unruhig zu werden, weinerlich, bekommt vielleicht auch Fieber, ist „knatschig“, vielleicht hat es auch Hautauschlag oder Durchfall. Diese und weitere Symptome begleiten meist das „Zahnen“. Kinderzahnärztin Ulrike Uhlmann hat in einem Fachbericht aufgelistet, welche milden Hilfsmittel das Kind beim Zahnungsprozess – neben elterlicher Wärme und Zuneigung – unterstützen können. Schon ehe der erste Zahn sich zeigt, kann das Zahnfleisch durch leichte Massage unterstützt werden, was das Kind zudem auf die spätere regelmäßige Mundpflege vorbereitet.

In Apotheken stehen für Zahnungsbeschwerden einige homöopathische Mittel zur Verfügung – von Globuli über Tropfen bis Zäpfchen. Es sollte beachtet werden, ob das Kind eventuell gegen Inhaltsstoffe allergisch reagieren könnte. Das Betupfen mit Kamillentee wird als nützlich beschrieben, es findet sich auch in vielen sogenannten Zahnungs-Gels und Tinkturen. Die Produkte sollten zuckerfrei sein. Manches Produkt darf nur außen, auf der Wange über der betroffenen Stelle, angewandt werden. Das alte Hausmittel „Veilchenwurz“, auf dem gekaut wird, tue den zahnenden Kindern gut, ebenso beispielsweise eine gekühlte Möhre. Bei Beißringen, die ebenfalls gekühlt werden können, sei auf Schadstofffreiheit zu achten.

In selteneren Fällen können nur schmerzstillende und fiebersenkende Medikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol helfen – hier müsse darauf geachtet werden, ab welchem Lebensmonat sie eingesetzt werden dürfen. Weniger sinnvoll seien Lidocain-haltige Spezialprodukte: In der wissenschaftlichen Literatur werden ernsthafte medizinische Zwischenfälle berichtet.

Zahnbehandlung: Vorteile und Risiken der Sedierung

dginews-logo11.08.2016

In eher seltenen Fällen wird vor einer Zahnbehandlung statt einer Lokalanästhesie eine „beruhigende Narkose“ eingeleitet, die „Sedierung“. Grund für eine solche Medikamentengabe, die die Behandlung „wie im Schlaf“ erscheinen lässt, können körperliche oder psychische Erkrankungen sein, bei denen eine lokale Anästhesie nicht zu einer ausreichenden Schmerzfreiheit und Entspannung führt. Eine „beruhigende Sedierung“ ist für den Organismus etwas weniger belastend als eine „Vollnarkose“ und entspannt zudem über die Schmerzfreiheit hinaus – besonders für krankhaft ängstliche Patienten kann das hilfreich sein.  Bisher kennt man solche „Sedierung“ vor allem aus der Allgemeinmedizin, beispielsweise bei einer Darmspiegelung wird diese beruhigende Form der Schmerzausschaltung oft angewendet. Eine klassische Vollnarkose ist – je nach Dauer und Intensität – ein größerer Aufwand für den Organismus mit erhöhten Risiken.

Was so gut klingt, hat, wie ein aktueller Beitrag in einem Fachjournal zeigt, aber durchaus auch Nebenwirkungen: Anders als bei einer Lokalanästhesie werden die Reflexe im Mund mit ausgeschaltet. Manche Patienten reagieren anders als erwartet auf solche Medikamente, und vor allem bei älteren Menschen ist es schwer abzusehen, ob die Sedierung die erwünschte Wirkung hat. Ärzte und Zahnärzte sowie ihre Behandlungsteams werden daher gezielt schult, um die Wirkung überwachen zu können. Patienten, die aufgrund von Angst vor der Behandlung lieber „schlafen“ wollen, während der Zahnarzt arbeitet, sollten wissen, so der Fachbeitrag, dass eine Sedierung eine Hilfe sein kann – aber auch Risiken mit sich bringt, die Laien nicht abschätzen können. Es müsse genau abgewogen werden, ob eine solche Belastung „angemessen“ ist oder vielleicht doch eine Lokalanästhesie ohne begleitende Sedierung versucht werden sollte.

Mundhygiene: Alte Ziele, neue Produkte

dginews-logo09.08.2016

Auch wenn die Wissenschaft heute erheblich mehr Details rund um das Geschehen im Mund kennt als früher, hat sich an den alten Empfehlungen nichts geändert: Nach wie vor geht nichts über das Zähneputzen. Versuche, beispielsweise über spezifische Tabletten mit „konkurrierenden Bazillen“ den bakteriellen Zahnbelag zu beseitigen, waren bislang nicht erfolgreich genug, um Zahnbürste & Co ins Abseits zu stellen. Prof. Dr. Wolfgang Buchalla vom Uniklinikum Regensburg sagte kürzlich in einem Interview: „Zahnbeläge sind nichts anderes als ein dicker Rasen voll mit Bakterien, ein „Biofilm“, in dem bei Zufuhr von Zucker Säuren gebildet werden, die den Zahn auflösen.“ Für die sorgfältige Reinigung der Zähne und der weiteren Mundbereiche finden sich heute eine Vielzahl an Bürsten für die flächigen Bereiche und auch eine große Auswahl an Reinigungshilfen für die Zahnzwischenräume – von unterschiedlichen Zahnseiden über größenvariable Zahnzwischenraumbürsten bis hin zu „Sticks“ für den schnellen Bedarf. Auch für die Reinigung rund um den implantatgestützten Zahn sind heute viele Hilfsmittel erhältlich. Nicht zuletzt ist auch der Markt der Zahnpasten erheblich gewachsen. Professor Buchalla weist darauf hin, dass bei der Auswahl auf das Vorhandensein von Fluorid geachtet werden müsse – ein Kriterium, das kürzlich auch „Ökotest“ als ausschlaggebend für eine gute Benotung nannte. Der wichtigste Rat allerdings ist ebenfalls einer der ältesten: Mundpflege muss immer nach individuellem Bedarf ausgerichtet werden.

Mundgeruch: Viele Ursachen

dginews-logo04.08.2016

Bildquelle: iStock/ XiXinXing

Mundgeruch kann viele unterschiedliche Ursachen haben: Einerseits können sie – und das ist weit überwiegend der Fall – im Mund selbst liegen. Nicht ausreichende Mundhygiene wäre hier beispielsweise zu nennen, eine fortgeschrittene Karies, entzündete Zahntaschen, schlecht geputzte Prothesen oder auch Gase, die sich unter einem nicht mehr korrekt sitzenden Zahnersatz bilden. Zwar meinen viele Patienten, der Mundgeruch käme aus dem Magen, das ist aber nur sehr selten der Fall. Dennoch kann Ernährung eine Rolle spielen. Bekannt ist Mundgeruch bei Menschen, die nach einer speziellen einseitigen Diät leben (z.B. Atkins). Aber auch viel Kaffee, Alkohol und Fleischverzehr können zu unangenehmem Atem führen – bei Fleisch insbesondere dann, wenn Faserreste zwischen den Zähnen verbleiben und „faulen“. Stress und Rauchen kann Mundgeruch auslösen, aber auch reduzierter Speichelfluss beispielsweise als Nebenwirkung von Medikamenten. Auch wer zu wenig trinkt, kann schlecht riechenden Atem bekommen, ebenso Menschen mit Mandelentzündung der Nasennebenhöhlenentzündung. Die Internationale Gesellschaft für ganzheitliche Zahnmedizin empfahl in einer aktuellen Publikation das frühzeitige Aufsuchen eines Zahnarztes, der die richtige Diagnose stellt und individuelle Lösungen entwickelt. Ist die Behandlung erfolgreich abgeschlossen, könnten natürliche Stoffe wie Pfefferminz den Atem verbessern – sie vorher zu nutzen, um Mundgeruch zu überlagern, sei riskant, weil die Ursachensuche sich damit unnötig verzögere.

Klarer Trend: Mehr Zahnerhalt, mehr Minimalinvasivität

dginews-logo02.08.2016

Bildquelle: iStock/ Minerva Studio

Die Zahnmedizin hat in den letzten Jahren viele Entwicklungen erlebt, die sie insbesondere mit Blick auf die Verträglichkeit für den Patienten und den Erhalt der Mundgesundheit weitergebracht haben – der Bedarf nach „Ersatz“ steht ersthinter der Aufgabe „Erhalt der natürlichen Gewebe“. Nach der flächendeckenden Einführung der „Prophylaxe“ vor rund 25 Jahren ist der neue Trend die möglichst minimalinvasive und gewebeschonende, aber auch nachhaltig erfolgreiche Behandlung.

Dies ermöglichen einerseits neue Erkenntnisse über die Biologie, andererseits aber auch neue Techniken und neue Produkte. Was sich bei einem Kongress Ende Mai in Bad Ischgl zeigte, ist die Lernkurve bei den Zahnärzten, die mit den neuen Verfahren erfolgreich arbeiten, sehr groß: Die in jedem einzelnen Bereich der Zahnmedizin enorm fortschreitenden Innovationen an Wissen bedürfen in gleicher Weise einer Intensivierung an Können. Sowohl für Wurzelbehandlungen und Parodontalbehandlungen als auch für die Implantation gibt es heute sogenannte „Konzepte“, die eine Art Behandlungs-Empfehlung für bestimmte Aufgaben bei der Mundgesundheit enthalten.

Der Kongress machte deutlich, dass diese Entwicklung dazu führt, dass immer Spezialisierung in der Zahnarztlandschaft notwendig ist: Im besten Fall koordiniert der Hauszahnarzt bei komplizierten oder umfangreicheren Behandlungen die Zusammenarbeit mit Spezialisten. Solche Netzwerke, die sich in Expertise ergänzen, entstehen in Deutschland inzwischen immer öfter.