Erhöhtes Kariesrisiko: Passivrauchen

Erhöhtes Kariesrisiko: Passivrauchen

dginews-logo31.03.2016

Erhöhtes Kariesrisiko: Passivrauchen

Bildquelle: iStock/ ljubaphoto

Wie eine Untersuchung an der Kyoto-Universität, Japan, zeigte, gibt es offenbar einen Zusammenhang von Karies bei Kindern und Passivrauchen. Waren die Kinder im Alter von vier Monaten rauchenden Eltern oder Betreuern ausgesetzt und damit „Passiv-Raucher“, zeigten sie später ein rund doppelt so hohes Risiko, Karies zu entwickeln.

Selbst wenn nicht ihr direktes Umfeld den Rauch verursachte, sondern sie ihn eher in anderen Situationen einatmen mussten, lag das Kariesrisiko noch 1,5mal höher als bei vergleichbaren Kindern ohne Rauch-Kontakt. Die Zusammenhänge ergaben sich nach spezieller Auswertung der Daten von rund 70.000 Kindern im Rahmen der in Japan üblichen frühkindlichen Routine-Untersuchungen. In dieser Studie ebenfalls befragt wurden die Mütter zum Thema Rauchen und auch zu Mundhygiene, so dass eine Verbindung entsprechender Daten möglich wurde.

Zwar haben die Wissenschaftler keinen kausalen Zusammenhang belegen können, warum Passivrauchen zu erhöhtem Kariesrisiko bei Kindern zu führen scheint – sie plädieren aber dafür, sicherheitshalber  auch aus mundgesundheitlicher Sicht Babys und Kleinkinder vor Passivrauch zu schützen.

Schlaganfall-Risiko: Mundkeime mitbeteiligt

dginews-logo29.03.2016

Schlaganfall-Risiko: Mundkeime mitbeteiligt

Bildquelle: iStock/ lyosha_nazarenko

Vieles spricht für eine Mitbeteiligung von Mund-Bakterien an der Erhöhung des Schlaganfall-Risikos: Das jedenfalls zeigen Untersuchungen von PD Dr. Frederick Palm von der Schlaganfall-Abteilung des Klinikums Ludwigshafen.

Wie Bakterienanalysen ergaben, scheint der bei aggressiver Parodontitis und schwerer Gingivitis oft vorkommende Keim Aggregatibacter actinomycemcomitans (AA) für eine Risiko-Erhöhung mitverantwortlich zu sein. Das Wissenschaftler-Team hatte weitere typische Risikofaktoren für Schlaganfall bereits herausgerechnet, beispielsweise Alter, Geschlecht, Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen oder auch Rauchen.

Die Ludwigshafener Mediziner-Gruppe ist aber nicht die einzige, die Verbindungen zwischen Parodontitis und Schlaganfall festgestellt hat: An der Universität von Helsinki, Finnland, haben Wissenschaftler-Teams bei Schlaganfallpatienten häufiger eine schwerere Parodontitis diagnostiziert und mehr Zahnverlust gesehen als in Vergleichsgruppen. Vermutlich steckt dahinter, dass chronische Infektionen, zu denen auch die Parodontitis gehört, eine Arteriosklerose und damit potentielle Vorstufe eines Schlaganfalls begünstigen können.

Stillen: Gut für gerade Zähne

dginews-logo24.03.2016

Stillen: Gut für gerade Zähne

Bildquelle: iStock/ Rohappy

Babys, die gestillt werden, entwickeln seltener Zahnfehlstellungen, so eine Langzeitstudie der Universität Adelaide mit mehr als 1300 Kindern. Die Untersuchung ergab, dass diejenigen Kleinkinder, die ein viertel oder ein halbes Jahr gestillt wurden, ein erheblich niedriges Risiko hatten, eine Zahnfehlung in Form eines Überbisses zu entwickeln: Die Gefahr für eine solche Kieferfehlentwicklung war rund 30 % geringer als bei den nicht gestillten Kindern.

Noch deutlich war der Mundgesundheitsgewinn bei der Vermeidung schief stehender Zähne insgesamt: Hier liegt das Risiko der gestillten Kinder sogar 40 % unter dem der nicht gestillten. Die Wissenschaftler vermuten, dass das Stillen eine Art „Muskeltraining“ für den Mund darstellt und damit die gesunde Funktion der Kiefer und Mundmuskeln in von der Natur vorgesehener Entwicklung begünstigt. Im Vergleich zum Trinken aus der Flasche setzen Kinder, die gestillt werden, ihre Zunge und ihre Kiefer deutlich kräftiger ein.

Stillen, so die Studie, ist demnach auch für die gesunde Entwicklung der Zähne und der Kiefer wichtig.

Implantate: Warum können sie verloren gehen?

dginews-logo22.03.2016

Bildquelle: iStock/ Minerva Studio

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Bei einem Fachkongress für Kollegen Anfang März in Berlin berichtete der schwedische Zahnarzt und Wissenschaftler Prof. Dr. Bertil Friberg (Göteborg) über die Vielfalt an Gründen, weshalb ein Implantat in den ersten Monaten verloren gehen kann.

Einige solcher Risiken für Implantatverlust lägen auf Seiten der Patienten. So könnten beispielsweise anhaltende entzündliche Prozesse im Körper, vor allem im Mund, vorliegen, auch Rauchen oder Osteoporose beispielsweise erschwere die gesunde Einheilung. Nicht wenige chronische Erkrankungen, Gesundheitsstörungen oder auch die regelmäßige Medikamenteneinnahme könnten ebenfalls ein Risiko darstellen und müssen vor der Behandlung abgeklärt werden.

Auch psychische Belastungen und entsprechende körperliche Symptome wie starkes Knirschen oder Zähnepressen gehören zu den möglichen Ursachen für Implantatverlust. Das bedeute nicht, dass man solche Patienten nicht erfolgreich implantologisch versorgen könne: Seien die Voraussetzungen nicht so ideal, müssten Patient und Zahnarzt im Vorfeld die Schritte abwägen, die die Implantatversorgung absicherten. Wenn Praxis und Patient gut zusammenarbeiten, sind die meisten Hürden gut zu überwinden.

Auch wenn der Wunsch der Patienten nach einer Implantatlösung groß sei, so Friberg, sollten sich weder Zahnärzte noch Patienten auf Kompromisslösungen – aus medizinischen oder finanziellen Gründen – einlassen und notfalls eine konventionelle Versorgung erwägen: Kompromisse hätten ein deutliches Misserfolgsrisiko.

Urahn mit schwachem Kiefer

dginews-logo08.03.2016

Bildquelle: Photo by Brett Eloff. Courtesy Profberger and Wits University who release it under the terms below. – Eigenes Werk, GFDL,

Die Gattung Australopithecus, die vor zwei Millionen Jahren in Südafrika lebte, gehört zu den Vorfahren des modernen Menschen. Die Analyse von Schädel- und Kieferknochen der Art Australopithecus sediba, die Forscher 2008 entdeckten, ließ die Wissenschaftler zunächst vermuten, dass der menschliche Urahn sich von harter Nahrung, Früchten und sogar Baumrinde ernährte.

Dieses Urteil wurde jetzt in einer Fachzeitschrift revidiert: Kleinere und damit schwächere Backenzähne und die Simulation der Kaubelastung deuten darauf hin, dass diese Vorfahren sich wohl eher ihren Kiefer gebrochen hätten, wenn sie mit voller Kraft harte Nahrung gekaut hätten.

Karies: …er musste nicht bohren

dginews-logo03.03.2016

Bildquelle: Gettyimages

Eine Karies kann auch ohne Bohren behandelt und vor allem verhindert werden. Dies belegen inzwischen zahlreiche Untersuchungen. Die zahnärztliche Vorsorge in Verbindung mit einer guten Zahnpflege des Patienten kann den Bedarf an Füllungen um die Hälfte reduzieren. Zu diesem Ergebnis kommen australische Wissenschaftler um Professor Wendell Evans von der Universität von Sydney. Das Team um Professor Wendell hat eine „Vier-Punkte-Regel“ formuliert, mit der Karies aus seiner Sicht gestoppt und geheilt werden kann.

1. Der Zahnarzt trägt im Frühstadium einen konzentrierten Fluoridlack auf die kariöse Stelle auf. Der Lack härtet und schützt den Zahn.
2. Der Patient sollte besonders gut auf die Zahnpflege achten und korrekt die Zähne putzen.
3. Der Patient sollte zwischen den Mahlzeiten auf zuckerhaltige Snacks und Getränke verzichten.
4. Der betroffene Zahn muss in der Zahnarztpraxis regelmäßig kontrolliert werden.

Eine gute Mundhygiene ist bei chronischer Nierenerkrankung wichtig

dginews-logo01.03.2016

Bildquelle: istock/ Wavebreakmedia

Ist das Zahnbett entzündet, beeinträchtigt dies nicht nur die Mundgesundheit. Offensichtlich haben Entzündungen im Mund (Parodontitis) auch gravierende Auswirkungen auf den ganzen Körper. Eine aktuelle Untersuchung britischer Forscher belegt nun beispielsweise den ausgeprägten Zusammenhang zwischen Parodontitis und einer erhöhten Sterblichkeit von Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung.

Die Forscher hatten mehr als 800 Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung über 14 Jahre hinweg immer wieder untersucht und dabei die um zehn Prozent höheren Sterblichkeitsraten festgestellt, wenn eine Parodontitis zur Nierenerkrankung hinzu kam.