Zahnlücken sind ein Signal für Gesundheitsgefahren

dginews-logo29.09.2015

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Der Blick in den Mund kann dem Hausarzt helfen, das Risiko seiner Patienten für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes sowie eine vorzeitige Sterblichkeit abzuschätzen. Zu diesem Ergebnis kommen finnische Wissenschaftler bei einer Studie, bei der sie die Entwicklung der Gesundheit von mehr als 8000 Menschen über 13 Jahre begleiteten.

Wie die Forscher jetzt im internationalen Journal of Dental Research berichten, besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen Zahnverlust aufgrund von Zahnbettentzündungen (Parodontitis) und Herzinfarkt sowie Diabetes. Fehlten mehr als fünf Zähne war dieses Risiko deutlich erhöhte. Fehlten mehr als neun Zähne war auch das Sterberisiko der Betroffenen erhöht.

Apfelessen gegen Arzt und Apotheker

dginews-logo24.09.2015

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Im englischen Sprachraum kennt jedes Kind den Spruch, dass ein Apfel am Tag den Arzt fern hält („An apple a day keeps the doctor away“). Dem Wahrheitsgehalt dieses Reims haben nun US-amerikanische Ärzte erstmals auf den Zahn gefühlt. Resultat: Wird der Apfel eher als Symbol eines allgemeinen gesunden Lebenstils gewertet und weniger seine direkte Wirkung analyisert, kann das Kernobst in der Tat den Arzt fernhalten.

Zunächst hatten die Forscher bei ihrer Analyse einen Zusammenhang zwischen Apfelessen und Arztbesuchen festgestellt: Tägliche Apfelesser mussten signifkant seltener einen Arzt konsultieren als Apfelvermeider. Allerdings schwand dieser Unterschied nachdem die Forscher weitere Faktoren in die Untersuchung integrierten: Apfelesser waren besser gebildet, schlanker, rauchten seltener und gehörten einer höheren Sozioökonomischen Schicht an als jene Probanden, die Äpfel nicht schätzten. Apfelesser benötigten jedoch generell weniger verschreibungspflichtige Medikamente als Apfelverächter. Dieser Unterschied blieb auch bestehen, wenn andere Faktoren berücksichtigt wurden.

Für ihre Analyse haben die Forscher die Daten von 8700 Erwachsenen einer großen nationalen Gesundheits- und Ernährungsstudie ausgewertet. Ein täglicher Apfel hält also auf jeden Fall den Apotheker fern.

Was hilft wenn das Baby Zähne bekommt?

dginews-logo22.09.2015

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Bei den meisten Babys bricht der erste Zahn um den sechsten Lebensmonat herum durch. Der Prozess dauert etwa eine Woche: Vier Tage schiebt sich der Zahn zunächst im Kiefer nach oben, am Tag des eigentlichen Durchbruchs wird die Zahnspitze sichtbar, gefolgt von drei Tagen bis das Zähnchen sich komplett hochgearbeitet hat. Diese Phase ist für Baby und Familie eine Herausforderung.

92 Prozent der Kleinen sabbern, mehr als 80 Prozent haben Schlafstörungen und drei Viertel sind durch das Drücken und Jucken im Mund beeinträchtigt. Am Tag des Durchbruches ist auch leichtes Fieber keine Seltenheit. Das zeigt eine Untersuchung iranischer Forscher, die vor allem herausfinden wollten, wie man Babys in dieser Zeit unterstützen kann. Resultat: Beißringe und Zuwendung sowie die sanfte Massage des Zahnfleisches erwiesen sich bei dieser Untersuchung mit 270 Kleinkindern als besonders wirksam, um die lästigen Symptome zu lindern.

Refluxkrankheit und Zahnbettentzündungen

dginews-logo17.09.2015

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In Deutschland leiden etwa 20 Prozent der Bevölkerung an der sogenannten Refluxkrankheit. Verursacht wird diese durch den verstärkten Rückfluss sauren Mageninhalts in die säureempfindliche Speiseröhre, weil der untere Schließmuskel der Speiseröhre diese nicht mehr ausreichend abdichtet.

Sodbrennen sowie schmerzhafte Entzündung mit Schleimhautveränderungen (Refluxösophagitis) können die Folge sein. Dass die Refluxkrankheit – trotz einer Therapie mit sogenannten Protonenpumpenhemmern – dennoch Auswirkungen auf die Mundgesundheit haben könnte, zeigt die aktuelle Studie eines deutsch-schweizerischen Wissenschaftler-Teams.

Die Forscher diagnostizierten bei Patienten mit erosiver Reflux-Krankheit, deren Schleimhaut aufgrund der Säureattacken verändert war, häufiger auch eine massive Entzündung des Zahnhalteapparates (Parodontitis) als bei Reflux-Patienten, mit unveränderter Schleimhaut. Nun wollen die Wissenschaftler in weiteren Studien die Rolle der Reflux-Krankheit auf die Zerstörung des Zahnhalteapparates weiter durchleuchten.

Dreifach gegen Mundgeruch

dginews-logo15.09.2015

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Mundgeruch, fachsprachlich Halitosis genannt, ist peinlich. Verursacht wird der üble Geruch von mehreren hundert flüchtigen organischen Verbindungen, überwiegend Schwefelverbindungen, die sich mit der Atemluft vermischen. Eine Kombination verschiedener Maßnahmen erwies sich nun zur Bekämpfung von Mundgeruch in einer Studie als wirksamer als die einzelnen Methoden.

Japanische Wissenschaftler verglichen die Wirksamkeit von Zähneputzen alleine mit einer Kombination aus Zähneputzen, Mundspüllösung und Zungenreinigung. Zähneputzen alleine hatte keinen Einfluss. Die Verwendung von Mundspüllösung und Zungenreinigung reduzierte den Mundgeruch deutlich und die Kombination aller Verfahren erwies sich binnen fünf Wochen am wirksamsten.

Die Forscher hatten bei 30 Versuchspersonen die Maßnahmen alleine oder in Kombination erprobt und die Belastung der Atemluft biochemisch analysiert. Sie untersuchten auch die Mundgesundheit der Probanden: In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle liegt die Ursache in der Mundhöhle. Eine mangelhafte Mundhygiene, der Zahnstatus, Entzündungsprozesse aber auch Rauchen spielen eine Rolle.

Nachsorge gehört zur Implantatbehandlung

dginews-logo410.09.2015

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Eine systematische Nachsorge und Betreuung in der zahnärztlichen Praxis ist – neben einer guten Mundhygiene  – das A und O einer Implantattherapie. Damit die Behandlung auch langfristig erfolgreich bleibt, ist die konsequente Nachsorge ein absolutes Muss – darin sind sich die Experten der Deutschen Gesellschaft für Implantologie einig. Diese muss dem individuellen Risiko angepasst werden – empfohlen wird meistens eine Untersuchung alle drei Monate.  Bei dieser systematischen Nachsorge, der unterstützenden postimplantologischen Therapie (UIT), wird das gesamte Gebiss professionell gereinigt. Danach folgt die zahnärztliche Untersuchung und Dokumentation des Befundes. Waren Entzündungen des Zahnhalteapparates (Parodontitis) Ursache des Zahnverlustes, wird die Nachsorge in die parodontale Erhaltungstherapie integriert.

Diabetes beeinträchtigt Knochenstoffwechsel

dginews-logo01.09.2015

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Eine nicht oder schlecht behandelte Zuckerkrankheit gehört zu jenen Risikofaktoren, die bei einer Implantation die Einheilung der künstlichen Zahnwurzel beeinträchtigen können. Diabetes verändert die Aktivität von Signalstoffen, die den Auf- und Abbau von Knochensubstanz regulieren. Das berichten nun brasilianische Wissenschaftler in einer internationalen Fachzeitschrift. Wie die Forscher schreiben, verstärkt beziehungsweise hemmt– im Vergleich zu Gesunden –die Krankheit bei Diabetikern die Produktion bestimmter Botenstoffe. Dies beeinträchtigt den sensiblen biochemischen Regelkreislauf, der Knochenaufbau und -abbau in einem gesunden Gleichgewicht hält. Bei einem schlecht eingestellten Diabetes wird der Knochenstoffwechsel darüber hinaus deutlich stärker beeinträchtigt als bei einem kontrollierten. Darum rät die Deutsche Gesellschaft für Implantologie, dass ein Diabetes vor einer Implantattherapie zunächst gut eingestellt werden sollte.

Bei ihrer Studie hatten die Wissenschaftler bei Diabetes-Patienten und gesunden Probanden vor einer implantologischen Therapie Proben aus dem Kieferknochen untersucht und darin mit molekularbiologischen Methoden die Aktivität verschiedener Signalstoffe des Knochenstoffwechels bestimmt.

Knirschen: Natürliches Verhalten

dginews-logo01.09.2015

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Dass Zahnärzte Knirschen und Zähnepressen als Risiko für die Zahn- und Mundgesundheit betrachten, ist nachvollziehbar: Nicht nur in Studien, sondern auch im Praxisalltag zeigen sich Folgen wie beispielsweise abgeschmirgelte Zähne und absplitternder Zahnschmelz sowie Zerstörungen an Keramik-Zahnersatz. Hinzu kommen mögliche Verspannungen im Kiefergelenk und Kopfbereich.

Heute geht die Zahnmedizin aber auch davon aus, das betonte Dr. Diether Reusch jüngst bei einer Fachfortbildung, dass der Mund von der Natur als „Stress-Abbau-Organ“ vorgesehen ist. Gegen die Natur könne eine Zahnarztpraxis nicht anarbeiten, und wenn der Mund davor geschützt werde, suche sich der Stress oft ein anderes Ventil. Zahnärzte seien also dazu aufgerufen, den Stress-Abbau im Mund zu akzeptieren und in die Behandlung der Patienten mit einzubeziehen.

Moderne Verfahren und Produkte können die Patienten dabei unterstützen, dass sie beim Knirschen und Pressen ihre Zähne nicht verletzen. Zudem können Zahnbelastungstests im Vorfeld darstellen, welche Zähne dem Stress-Abbau besonders ausgesetzt sind. Hier können – je nach Situation – Zahnanpassungen wie Aufbauten oder abschleifen die Knirscher-Folgen mildern, oft auch mit guten Effekten für das mitbeteiligte Kiefergelenk.

Zahnhöcker: Berg und Tal machen Sinn

dginews-logo01.09.2015

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Die Zähne im Mund haben verschiedene Aufgaben: Während die Schneidezähne, wie ihr Name schon besagt, für das Abbeißen zuständig sind, kümmern sich die Mahl- oder Kauzähne im Backenzahnbereich um die Zerkleinerung der Nahrung. Dabei spielen die Höcker der Backenzähne die Hauptrolle: Der Kiefer bewegt sich hin und her, dabei zermalmen die Höcker, die gegeneinander geführt werden, die Nahrung zu besser verdaulichem Brei, der, angereichert mit Speichel, dann gut geschluckt werden kann.

Zahnärzte der Universität Heidelberg haben in einer Studie untersucht, wie sich Veränderungen der Zahnhöcker auf die Kaufähigkeit auswirken. Auf der einen Seite standen abgenutzte Zähne, die durch Knirschen und Pressen ihre Höcker verloren hatten und fast plangeschliffen waren. Auf der anderen Seite standen Zähne mit natürlicher Höcker-Gestaltung und solche, bei denen die Höcker bewusst stärker gestaltet wurden.

Im Ergebnis wurde deutlich, dass die plangeschliffenen Zähne die Nahrung deutlich schlechter zerkleinerten, aber auch die übergroß angelegten Höcker machten Probleme: Sie sorgten zwar wie die natürlichen Zahnreliefs für guten Nahrungsbrei, führten aber auch durch die erschwerte Zusammenarbeit der gegenüber liegenden größeren Zahnhöcker zu Verspannungen der Kiefergelenke und erhöhten das Risiko für Kopfschmerzen.