Parodontitis: nicht alle Zähne gleich betroffen

dginews-logo30.04.2015

A mature dentist discussing the dental procedure with his pretty young patient

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Auch wenn eine Parodontitis eine bakterielle Infektion ist, die sich auf den ganzen Mund auswirkt, können doch Zähne unterschiedlich intensiv erkrankt oder sogar ganz beschwerdefrei sein – darauf wies Prof. Dr. Dietmar Oesterreich bei einem Kongress am Bodensee hin. Insofern werde bei Patienten genau analysiert, wie viele Zähne tatsächlich betroffen sind und auch, wie stark sie von der Infektion belastet werden. Ist beispielweise nur ein Zahn erkrankt, der Patient aber sonst gesund, sollte ein angemessener Aufwand erfolgen und nicht von einer erheblichen Erkrankung gesprochen werden. Der Berufsstand registriere die Zunahme von eher moderaten Parodontitis-Fällen, die dennoch therapeutischer Maßnahmen bedürfen, um das Risiko von Folgen für die Allgemeingesundheit zu minimieren. Auch die Implantologie kennt solche Einzelfall-Entzündungen: Es sei möglich, so Prof. Dr. Germán Gómez-Román, Pressesprecher der DGI, dass bei mehreren gleichzeitig gesetzten Implantaten ein einzelnes durch Entzündungen im umliegenden Gewebe auffällt. Nicht immer ist dabei klar zu identifizieren, was in einem solchen Einzelfall der Grund für die Infektion war. Beginnende Entzündungen rund um ein Implantat lassen sich im Frühstadium gut behandeln.

Mundgesundheit: Unterschiede bei Männern und Frauen

dginews-logo28.04.2015

Mundgesundheit Unterschiede bei Männern und Frauen

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Es sind nicht nur biologische Unterschiede, die zu verschieden ausgeprägten Munderkrankungen bei Männern und Frauen führen, darauf wies PD Dr. Dr. Christiane Gleissner, Präsidentin der wissenschaftlichen Fachgesellschaft Gender Dentistry International, in einem Zeitungsinterview hin. Auch kulturelle Faktoren und geschlechtertypischer Lifestyle könnten daran beteiligt sein, dass Frauen mehr und ausgeprägter Karies haben und Männer mehr und stärkere Parodontitis. Dennoch komme der Biologie und den Auswirkungen der Hormonunterschiede eine wichtige Rolle bei der Verschiedenheit der Munderkrankungen zu: Selbst in der Tierwelt und insbesondere bei den Primaten zeige sich die höhere Neigung zu Parodontitis bei den Männchen. Schon das X- bzw. Y-Chromosom weise Unterschiede bei der Reaktion auf Entzündungen aus. Dies habe Konsequenzen nicht zuletzt für die Vorbeugung von Munderkrankungen: Männer, so die Wissenschaftlerin, sollten daher eigentlich in deutlich engeren Anständen ihre Mundgesundheit kontrollieren lassen und heilungsstörendes Verhalten wie Rauchen und Stress besonders aktiv bekämpfen.

Mundgeruch: Magen nur selten Auslöser

dginews-logo23.04.201523

Closeup portrait of adorable kid pinching nose together because something stinks, isolated on white background with copy space

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Wenn jemand Mundgeruch hat, wird ihm oft entgegnet, es sei vermutlich der Magen schuld und man möge ihn einmal untersuchen lassen. An sich weise aber schon der Begriff selbst darauf hin, woher der unangenehme Geruch kommt, sagt DGI-Pressesprecher Prof. Dr. Germán Gómez-Román: Mundgeruch kommt meist auch aus dem Mund. Ehe man eine aufwändige Magenspiegelung hinter sich bringt, solle erst einmal eine Mundgeruch-Untersuchung beim Zahnarzt oder in einer Mundgeruch-Sprechstunde einer Zahnklinik erfolgen. Aktuellen Studien zufolge sind es zu 90 % Problemstellen im Mund, die den üblen Atem verursachen – nur in 10 % der Fälle sind andere Bereiche des Körpers beteiligt, beispielweise eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung. In solchen Fällen führt der vermehrte Fluss an entzündetem Sekret aus der Nase über den Rachen zu einer Belastung der Zunge und des Mundes. Auch vereiterte Mandeln und andere Erkrankungen können Mundgeruch auslösen – deshalb forschen Wissenschaftler derzeit sogar nach speziellen Messgeräten, die den Mundgeruch analysieren. Fast immer aber liegt die Geruchsursache im Mund selbst – deshalb sollte hier auch mit der Diagnose begonnen werden.

Stiftung Warentest: Fluorid ist wichtig

dginews-logo21.04.2015

news-21-04-2015

In einem Beitrag für die Zeitung DIE WELT zu modernen Zahnpasta-Angeboten machte die Stiftung Warentest deutlich, dass Fluorid bei der Karies-Verhütung unverzichtbar ist: „Es ist wissenschaftlich belegt, dass Fluorid der wichtigste und wirksamste Inhaltsstoff ist, um die Zähne vor Karies zu schützen“, zitiert die Zeitung Sara Waldau, Expertin der Verbraucherschutz-Organisation. Was eine gute Zahnpasta dagegen nicht brauche, sei ein bekannter Name und einen hohen Preis.

Leider ließen sich manche Eltern von unwissenschaftlichen Informationen rund um das Fluorid irritieren, wobei häufig Fluor und Fluorid von den „Kritikern“ verwechselt würden. Fluor ist Teil des chemischen Periodensystems und ein giftiges und sehr geruchsintensives Gas. Fluorid ist eine Art Salz, das in der Natur vorkommt.

Beliebt bei eher alternativ eingestellten Eltern seien Produkte aus dem Reformhaus, wie Prof. Dr. Christian Splieth, Kinderzahnarzt an der Universität Greifswald, ergänzte. Solche fluoridfreien Zahnpasten seien „therapeutisch-medizinisch nicht wirksam“. Bedauerliche Folge sei, dass wieder mehr Kinder Löcher in den Zähnen hätten als in früheren Jahren.

Wurzelbehandlung: Manchmal eine Herausforderung

dginews-logo16.04.2015

Weisheitszahn vor weissem Hintergrund

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Zahnwurzeln können sehr viele verschiedene Formen haben, darauf wies Prof. Dr. Michael Hülsmann von der Universität Göttingen bei einer Fach-Veranstaltung für Zahnärzte hin. In den Medien sehe man meist ideal gerade gewachsene Zahnwurzeln. Es gebe aber Zähne mit krummen bis komplett gekrümmten Wurzeln, mit mehreren eher sehr dünnen Wurzeln, die oft mit winzigen Gängen verbunden sind, und Zähne, die Wurzeln wie Widerhaken haben und im Fall einer anstehenden Extraktion auf normalem Weg kaum zu ziehen sind. Bei solchen Herausforderungen sei eine Wurzelbehandlung ohne moderne unterstützende Technik kaum möglich. Insbesondere Lupenbrillen, eher noch ein Behandlungs-Mikroskop und ausreichende Lichtzufuhr in die bei einer Wurzelentzündung zu reinigenden engen Wurzelkanäle seien meist unabdingbar. Es koste „Zeit und Geld“, eine Wurzelbehandlung bei ungünstig stehenden Zahnwurzeln durchzuführen. Grundsätzlich sei es wünschenswert, Zähne zu erhalten statt zu ziehen, wann immer dies möglich ist – Patienten müssten aber wissen, dass die Erhaltung des Zahnes oft ebenso kostspielig sein kann wie der Ersatz durch ein Implantat.

Zähneputzen: auch für Tiere

dginews-logo14.04.201514

Zähneputzen auch für Tiere

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Kinder lieben Tiere und fühlen sich ihnen sehr nahe: Das zu wissen, könne bei der Förderung der eigenverantwortlichen Mundhygiene helfen, sagte Prof. Dr. Paul-Georg Jost-Brinkmann von der Charité in Berlin bei der zurückliegenden „Familien-Universität“ an der Berliner Zahnklinik. Man könne ihnen zeigen, was Tiere in der Natur fressen – und damit auch, dass diese Nahrungsmittel selten Zucker enthalten. Anders dagegen ist die Ernährung von Menschen im eigenen Land, die fast immer sichtbare oder versteckte Zucker enthält. Zucker, so der Wissenschaftler, werde von Bakterien zu Säuren verstoffwechselt, die die Zahnoberflächen angreifen und aufrauen. Da viele Haustiere heute auch nicht mehr das fressen, was in der Natur für sie vorgesehen ist, und ebenfalls „naschen“, können sie wie die Menschen auch Karies und Zahnfleischentzündungen bekommen – und müssen deshalb ebenfalls sicherheitshalber hin und wieder zur Zahngesundheits-Kontrolle.

Schmerzen rund um den Mund: viele Ursachen möglich

dginews-logo09.04.2015

Shot of a woman sitting on the side of her bed with bad toothache with her boyfriend in the background

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Wenn ein Patient mit nicht näher zu lokalisierenden Schmerzen zum Zahnarzt kommt, ist es für diesen oft schwer, die genaue Ursache zu finden. Üblicherweise geht man von Schäden am Zahn oder im Bereich der Zahnwurzel aus, von Entzündungen und Infektionen im Zahnhalteapparat. Es könnten aber auch andere Ursachen sein, darauf wies eine Informationsveranstaltung der Zahnärztekammer Berlin für Ärzte und Zahnärzte hin. Neben den Zähnen können auch die Kiefer und die Kiefergelenke Auslöser sein, und auch Ohrenentzündungen können zu „Zahnschmerzen“ führen: „Die Hinterwand des Kiefergelenks ist die Vorderwand des Gehörgangs“, sagte Referent Dr. Alexander Moegelin, Fachzahnarzt für Oralchirurgie. Auch vereiterte Nasennebenhöhlen können Druckschmerz auf die Zähne im Oberkiefer auslösen, und spezielle Kopfschmerzen wie auch Rachenschmerzen können bis in die Mundregion ausstrahlen. Auch Nervenentzündungen könnten die Ursache sein, ein unentdeckter Fremdkörper oder ein verstecktes Geschwür. Damit sei nur ein kleiner Ausschnitt aus den Möglichkeiten skizziert, sagte der Referent. Patienten könnten oft kaum nachvollziehen, weshalb der Zahnarzt den Schmerz nicht gleich findet und beseitigt: „Aber Patienten können auch nicht wissen, dass es sehr viele, auch schwer zu diagnostizierende Auslöser geben kann, weshalb die Diagnose oft mühsam und auch zeitaufwändig ist.“

Elektrische Zahnbürsten: auch für Kinder?

dginews-logo07.04.2015

Elektrische Zahnbürsten auch für Kinder

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Gerade in Familien, in denen die Eltern selbst elektrische Zahnbürsten nutzen, stellt sich oft die Frage, ob und vor allem ab welchem Alter sie auch für Kinder geeignet sind. Dieser Frage ist das Fachjournal „Team“ nachgegangen und hat kürzlich dazu aktuelle Antworten zusammengestellt. Demnach sind spezielle elektrische Kinderzahnbürsten schon für Kinder ab drei Jahren empfehlenswert. Sie geben den Kindern nicht nur das Gefühl, sich genauso zu verhalten wie ihr Vorbild, ihre Eltern, was für die Mundgesundheitserziehung wichtig ist. Sie bieten vor allem mehr Sauberkeit auf den Zähnen, wie Studien zeigen. Auch macht vielen Kindern das Putzen mit einer altersgerechten elektrischen Zahnbürste mehr Spaß und motiviert dazu, sie auch zu benutzen. Nicht verlassen sollte man sich allerdings darauf, dass diese Hygiene-Hilfsmittel beim kleinen Kind quasi automatisch für „saubere Zähne“ sorgen: Erst mit Beginn der Schulzeit sind Kinder in der Lage, ihre Hände und Instrumente gezielt zu führen. Eltern sollten daher, so das Fachjournal, die kleineren Kinder nicht mit der elektrischen Bürste allein „herumwerkeln“ lassen, sondern die Zähne nach dem Putzen kontrollieren und notfalls nachputzen.