„Ich gehe auf dem Zahnfleisch“: Die Seele rund um Mund und Zähne

dginews-logo29.01.2015

„Ich gehe auf dem Zahnfleisch“ Die Seele rund um Mund und Zähne

© i-stock © bugphai

Die Mundregion hat für das Wohlbefinden des Menschen eine zentrale Bedeutung. Patienten erleben darum Probleme im Mundbereich emotional besonders intensiv. Ebenso können sich psychische Störungen durch Beschwerden im Mundbereich äußern. Nicht zuletzt ist der Mund von herausragender Bedeutung für die Kontaktaufnahme mit der Außenwelt. Über die Gesichtszüge werden anderen Menschen emotionale Grundbefindlichkeiten z. B. mit strahlendem Lächeln, bedrohlichem Zähnezeigen oder hängenden Mundwinkeln mitgeteilt. „Funktionsstörungen im Mundbereich werden darum als sehr belastend erlebt und führen häufig zu sozialem Rückzug“, erklärt Dr. Martin Gunga von der LWL-Klinik in Lippstadt auf dem 28. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Implantologie in Düsseldorf. Auf der Basis eines bio-psycho-sozialen Konzeptes müssen bei der Behandlung betroffener Patienten Zahnärzte mit anderen Fachärzten zusammenarbeiten, um die richtige Therapie einzuleiten.

Ältere Menschen profitieren von schonender Implantattherapie

dginews-logo27.01.2015

Ältere Menschen profitieren von schonender Implantattherapie

© i-stock © twilightproductions

Die zurückhaltende, teilweise ablehnende Einstellung älterer Menschen gegenüber einer Implantatversorgung hat vor allem mit Informationsdefiziten zu tun. Umfragen belegen, dass viele ältere Menschen besonders den chirurgischen Eingriff ablehnen. In solchen Fällen setzen Experten auf gute und umfassende Informationen: „Wenn wir die Patienten über die modernen weniger belastenden OP-Techniken und über kürzere und schmalere Implantate aufklären, gehen die Vorbehalte zurück“, weiß Professor Frauke Müller von der Abteilung für Gerodontologie und Prothetik der Universität Genf. „Wenn ältere Patienten erfahren, dass schon zwei Implantate ausreichen, um etwa eine schlecht sitzende Prothese im Unterkiefer zu stabilisieren, erkennen sie den Nutzen der Behandlung für ihre Lebensqualität.“

Zeig’ mir Deine Zähne: Wie Menschen ihr Gegenüber beurteilen

dginews-logo22.01.2015

Couple in living room with coffee smiling

© i-stock © monkeybusinessimages

Zähne sind ein „Ausweis“ im Gesicht. Wie Menschen von ihrem Gegenüber beurteilt werden, hängt unter anderem vom Zustand ihrer Zähne ab – auch im höheren Alter. Dies zeigt eine Studie, an der erstmals auch ältere Menschen teilnahmen. Vom Erscheinungsbild der Zähne hängt beispielsweise ab, wie Menschen Sozialstatus und Bildungsgrad eines anderen beurteilen. Ein Forscherteam von der Universität Genf untersuchte, wie Versuchspersonen verschiedener Altersgruppen ältere Menschen (Mann und Frau) beurteilten, auf deren Foto die Forscher mittels Bildbearbeitung die Zahnsituation verändert hatten. Getestet wurde dabei der Einfluss beschädigter, altersgemäßer und idealer Zähne. In allen Altersgruppen beeinflusste der Zustand des Gebisses das Urteil. Je regelmässiger die Zähne, desto höher wurde der soziale Status der abgebildeten Personen bewertet. Nur das Urteil von über 80-jährigen Testpersonen wurde vom Zustand der Zähne weniger beeinflusst.

Risikofaktoren einer Implantatbehandlung abschätzen

dginews-logo20.01.2015

Risikofaktoren einer Implantatbehandlung abschätzen

© iStock © Kokouu

Die Zahl der Patienten steigt, die mit Medikamenten gegen Knochenabbau behandelt werden. Diese sogenannten Bisphosphonate hemmen den Abbau von Knochengewebe, vermindern aber auch dessen Umbaurate sowie die Neubildung von Knochen. Zum Einsatz kommen sie etwa in der Therapie der Osteoporose, aber auch bei Krebspatienten, bei denen Metastasen Knochengewebe zerstören. Kommen weitere Risikofaktoren hinzu, kann die Therapie mit diesen Medikamenten zu sogenannten Kiefernekrosen führen, schwer heilbare Zerstörungen des Kieferknochens. Dosis und Dauer der Bisphosphonat-Therapie, die Darreichungsform (intravenös oder Tabletten) sowie das jeweilige Medikament beeinflussen das Risiko. Doch auch noch andere Faktoren spielen eine Rolle, etwa eine Entzündung des Zahnbetts (Parodontitis), Druckstellen von Prothesen sowie zahnärztliche oder kieferchirurgische Eingriffe. Eine eindimensionale Risikobeurteilung greift daher zu kurz“, betont Prof. Dr. Dr. Knut A. Grötz, Wiesbaden, auf dem 28. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Implantologie in Ende November in Düsseldorf. Das individuelle Risiko betroffener Patienten kann mit Hilfe eines „Laufzettels“ erfasst werden, der auf der Website der Gesellschaft zur Verfügung steht. (https://www.dginet.de/web/dgi/laufzettel-bisphosphonate)

Zahn-OP: Orangenduft beruhigt

dginews-logo15.01.2015

Sliced orange fruit with leaves isolated on white background

© iStock © HYRMA

Duftet es im Behandlungszimmer nach Orangen, reduziert das die Anspannung von Patienten, bei denen ein nicht oder nur teilweise durchgebrochener (retinierter) Weisheitszahn operativ entfernt werden muss. Das zeigt eine Untersuchung iranischer Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen. Wie die Experten in einer internationalen Fachzeitschrift berichten, waren bei Patienten im „bedufteten“ Behandlungsraum Blutdruck, Puls und Atemfrequenz während des Eingriffs niedriger als bei Patienten, die sich dem Eingriff in einem normalen Behandlungsraum unterzogen hatten. An der Studie hatten insgesamt 56 Patienten teilgenommen. Bei diesen wurden Blutdruck, Puls und Atemfrequenz zweimal gemessen, bevor sie auf dem Behandlungsstuhl Platz nahmen, um einen Ausgangswert zu erhalten. Danach wurden diese Vitalzeichen während des Eingriffs erneut aufgezeichnet.

Wie viele Implantate sind nötig?

dginews-logo13.01.2015

Wie viele Implantate sind nötig

© iStock © WAKILA

Wenn eine herausnehmbare Prothese nicht mehr gut sitzt, kann sie bei einem zahnlosen Unterkiefer bereits durch zwei Implantate stabilisiert werden. Im zahnlosen Oberkiefer sind dafür vier Implantate erforderlich. Das belegen inzwischen zahlreiche wissenschaftliche Studien sowie Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Implantologie. Wünschen Patienten einen festsitzenden Zahnersatz sind dafür im zahnlosen Unterkiefer sechs und im Oberkiefer acht Implantate erforderlich.

Pilz unterstützt Kariesbakterien

dginews-logo08.01.2015

Pilz unterstützt Kariesbakterien

© iStock ©Scharvik

Ein Bakterium mit dem zungenbrechenden Namen Streptococcus mutans gilt als wichtigster Verursacher von Karies. Jedoch scheint die Mikrobe keinesfalls alleine für die Entstehung von Löchern im Zahnschmelz verantwortlich zu sein. Neuere Studien belegen, dass eine ganze Reihe von Mikroorganismen daran beteiligt ist. Denn viele Keime leben in einer klebrigen Substanz, die Streptococcus mutans bildet, um auf den Zähnen Halt zu finden. Einer dieser Keime ist der Hefepilz Candida albicans. Wissenschaftler des Helmholtz?Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig haben das Zusammenspiel von Streptococcus mutans und Candida albicans untersucht und festgestellt, dass das Bakterium im Beisein des Pilzes bestimmte Eigenschaften verändert. So beginnt es beispielsweise, Abwehrstoffe gegen andere Bakterien zu produzieren und verschafft sich so Wachstumsvorteile.

Die Zeit der dicken Implantate ist vorüber

dginews-logo06.01.2015

Closeup of happy mature couple smiling together head to head

© i-Stock © Steex

Kürzere und dünnere Implantate machen eine Implantattherapie schonender und können in vielen Fällen größere Eingriffe zum Aufbau des Kiefers vermeiden. „Die Zeit der dicken Implantate mit mehr als fünf Millimeter Durchmesser ist vorbei“, betont Professor Frank Schwarz von der Zahnklinik der Universität Düsseldorf und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Implantologie. Vier Millimeter Durchmesser und sogar weniger – abhängig vom Ort der Implantation – sind heute die Regel. Auch was die Länge betrifft, haben sich moderne Implantate verändert: Sechs bis zehn Millimeter sind üblich, es gibt inzwischen auch noch kürzere Implantate zwischen vier und sechs Millimeter, die in bestimmten Regionen eingesetzt werden können. Auch die kurzen Implantate tragen dazu bei, dass die Eingriffe schonender werden und aufwändige Maßnahmen zum Wiederaufbau geschrumpften Kieferknochens unterbleiben können.

Zähne: Die Schwäche der Frauen

dginews-logo01.01.2015

Portrait of a smiling young woman holding a cup of coffee

© Gettyimages

Frauen leben im Durchschnitt fünf Jahre länger als Männer. Schon als Baby sind sie seltener krank und gehen als Erwachsene sorgfältiger mit ihrer Gesundheit um. Doch ihre Zähne sind deutlich anfälliger als die der Männer. Bei kleinen Kindern ist die Karies beispielsweise bei Jungen und Mädchen noch gleich häufig. Doch ab der Pubertät ändert sich dies: Weibliche Teenager haben bereits mit 15 Jahren deutlich häufiger Karies als gleichaltrige männliche Jugendliche.Dieser Trend setzt sich im Erwachsenenalter fort. Frauenzähne sind häufiger kariös oder gefüllt und müssen auch häufiger gezogen werden als die Zähne von Männern. Die Folge: Bereits Frauen in der Altersgruppe der 35- bis 44-Jährigen haben im Durchschnitt weniger Zähne als Männer. Im Seniorenalter wird dieser Unterschied noch deutlicher. 65- bis 74-jährige Frauen sind deutlich öfter zahnlos als Männer.Unterschiede in der Mundhygiene können diese Diskrepanz nicht erklären: Frauen pflegen ihre Zähne oft vorbildlich und gehen auch häufiger zur Kontrolle zum Zahnarzt als Männer. Wahrscheinlich spielen die Hormone und deren Schwankungen, etwa auch in der Schwangerschaft, bei diesen Unterschieden eine Rolle. Auch bestehen Wechselwirkungen zwischen Krankheiten, an denen Frauen häufiger leiden, und Zahngesundheit.