Zahnimplantate: Ausbildung der Zahnärzte wichtig

dginews-logo30.12.2014

Zahnimplantate Ausbildung der Zahnärzte wichtig

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Zahnimplantate sind seit einigen Jahren zu einer selbstverständlichen Behandlungsform geworden. Jährlich wird in Deutschland etwa eine Million dieser künstlichen Zahnwurzeln eingepflanzt. Patienten sollten sich jedoch über die Qualifikation ihrer Zahnärztin oder ihres Zahnarztes informieren, rät Dr. Gerhard Iglhaut, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI). Die Entwicklung in der Implantologie sei zwar rasant, so Iglhaut weiter, „doch die Ausbildung und Qualifikation des Zahnarztes bleibe – trotz aller Fortschritte – die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie.“ Auf ihrer Website (www.dgi-ev.de) listet die DGI darum nicht nur ihre Mitglieder auf, sondern informiert auch darüber, welche Qualifikation diese haben und beschreibt, welche Anforderungen dafür erfüllt sein müssen.

Kaudruck: Belastung für das Implantat

dginews-logo25.12.2014

Kaudruck Belastung für das Implantat

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In einem sehr eingängigen Bild beschrieb Prof. Dr. German Gomez-Roman, Pressesprecher der DGI, beim Deutschen Zahnärztetag im November in Frankfurt die Belastungen, die ein Zahn im Kaubereich aushalten muss: Der Druck, der dort auf einem Zahn und seiner Wurzel lastet, kann dem Gewicht eines gefüllten Ölfasses entsprechen. Muss ein Zahn entfernt werden und wird er durch Zahnersatz, beispielsweise abgestützt auf einem Implantat, ersetzt, gilt diese Belastung auch für den Ersatzzahn und natürlich auch für die Ersatzwurzel, hier: das Implantat. Das sollte Patienten bewusst sein, die sich für Zahnersatz entscheiden, sagte Professor Gomez-Roman. Werde eine Brücke auf zu wenig Implantaten abgestützt, steige die Belastung auf den verbleibenden Stützen. Das könnte dazu führen, dass der Zahnersatz schon nach vergleichsweise kurzer Zeit bricht. Was man an Behandlungskosten durch eine Minimalversorgung einspare, könne daher leicht „ins Geld gehen“ und vielleicht noch teurer werden, wenn der Zahnersatz neu angefertigt und auch verstärkt abgestützt werden muss. Auch auf eine ausreichende Kraft-Abstützung müsse daher geachtet werden, wenn man sich über verschiedene Formen von Zahnersatz informiert und letztlich die Auswahl trifft.

Mundhygiene: „vor dem Zubettgehen“

dginews-logo23.12.2014

Handsome mature man brushing his teeth with his partner in the background - portrait

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Prof. Dr. Stefan Zimmer von der Universität Witten-Herdecke hat zusammen mit seinem Team vor einigen Monaten die deutsche Bevölkerung zu ihrer Mundhygiene befragt und die Ergebnisse kürzlich veröffentlicht. Über 1000 Bundesbürger wurden interviewt und in Lebensalter bezogene Gruppen eingeteilt. Über alle Altersklassen hinweg zeigte sich, dass zwei von drei Menschen ihre Zähne zweimal täglich putzen und zwar vor allem „vor dem Zubettgehen“, jeder Zweite „vor dem Frühstück“. Rund 40 % aller Befragten nutzen dabei eine elektrische Zahnbürste. Fast zwei Drittel der Befragten putzt mit „kreisenden“ Bewegungen, ein Drittel „schrubbt“, und etwas mehr als jeder Vierte „fegt“ seine Zähne sauber. Nur 4 % aller Befragten kannten und nutzten die „rüttelnde“ Technik, die die Zahnärzte empfehlen: Dabei wird der Zahnbelag erst gelockert und dann entfernt. Die hohe Anzahl an Menschen, die eine regelmäßige Zahnzwischenraumreinigung bestätigten (fast 60 %) deckt sich zwar nicht mit den Verkaufs-Angaben der Hersteller von Interdentalraum-Hygiene-Hilfsmitteln, zeigt aber, dass der Zahnzwischenraum den Befragten zumindest als pflegebedürftiger Bereich im Mund bekannt war. Die Wissenschaftler sehen in ihren vielfältigen Auswertungen Ansatzpunkte, um die Mundhygiene in Deutschland noch weiter zu verbessern, und empfehlen den Patienten, sich eine zahnschonende, aber gründliche Form der Zahnreinigung bei ihrem Zahnarzt zeigen zu lassen und diese unter Anleitung einzuüben.

Regelmäßig zur Kontrolle: „Festzuschuss“ sichern

dginews-logo18.12.2014

blue toothbrush  and a german bonusheft booklet

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Die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) bauen auf den Effekt der Zahnvorsorge – ein Angebot, das viele jüngere Patienten nicht kennen, wie eine Umfrage zeigte. Patienten, die regelmäßig zur Kontrolle zum Zahnarzt gehen und sich diese Untersuchung im „Bonusheft“ bestätigen lassen, erhalten einen erhöhten Zuschuss für den Fall, dass doch einmal Zahnersatz notwendig werden sollte. Die GKV hat für Zahnersatz einen sogenannten „Festzuschuss“ bestimmt, das bedeutet, vereinfacht dargestellt: Alle Patienten bekommen, wenn sie einen Einzel-Zahn an bestimmter Stelle verloren haben und dieser ersetzt werden muss, den gleich hohen Behandlungskostenzuschuss von ihrer Krankenkasse. Dieser gleicht meist die Kosten für eine gemäß den Krankenkassen-Richtlinien „ausreichende, wirtschaftliche“ Zahnersatzlösung aus. Möchten Patienten eine beispielsweise hinsichtlich der Materialien anspruchsvollere Lösung, müssen sie die Mehrkosten selbst bezahlen. Auch wenn sie sich für einen Implantat-getragenen Zahnersatz entscheiden, erhalten sie denselben Festzuschuss wie alle Patienten und tragen die Differenzkosten selbst. Liegt ein Bonus-Heft vor, das mindestens über fünf aufeinanderfolgende Jahre vor der Behandlung eine jährliche Kontrolluntersuchung ausweist, zahlt die GKV einen erweiterten Festzuschuss; dieser erhöht sich noch einmal, wenn das Bonusheft regelmäßige Zahnkontrollen über zehn Jahre belegt.

Wurzelentzündung: Schmerz durch Druck

dginews-logo16.12.2014

Wurzelentzündung Schmerz durch Druck

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Zu den gefürchtetsten Munderkrankungen gehören Zahnwurzelentzündungen, wie Umfragen zeigen. Der extreme Schmerz entsteht in der Regel durch Bakterien, die über eine tief reichende Karies in das Zahninnere, die Pulpa, gelangt sind und das Gewebe dort infiziert haben. Durch die Entzündung dehnt sich das Gewebe, in das der Zahnnerv eingebettet ist, aus – hat aber in der engen Zahnwurzel keinen ausreichenden Platz dafür. Der Druck auf den Zahn-Nerv wird immer heftiger. Durch intensiven Schmerz signalisiert er, dass Behandlungsbedarf besteht. Das macht deutlich, warum sich der Schmerz nicht mit Schmerzmedikamenten „heilen“ lässt – er wird meist sogar noch schlimmer. Denn solange der Schmerz unterdrückt ist, entwickelt sich die Infektion immer weiter. Das Risiko, dass die Entzündung über die kleine Öffnung am Ende der Zahnwurzel in den Körper gelangt und sich eine Kiefervereiterung oder andere Infektionen im Körper entwickeln, ist groß. Zudem kann der Zahnnerv absterben: Folge ist dann ein „toter Zahn“. Die wissenschaftliche Fachgesellschaft für Endodontologie (Zahnwurzelerkrankungen) empfahl daher in einem Experteninterview dringend, Wurzel-Zahnschmerzen nicht zu „unterdrücken“, sondern so rasch wie möglich einen Zahnarzt aufzusuchen: Je frühzeitiger die Zahnwurzel von der Infektion befreit werden kann, desto besser stehen die Chancen, den Zahn noch viele Jahre gesund zu erhalten.

Zähneputzen: Regelmäßig, aber nicht zu kraftvoll

dginews-logo11.12.2014

Young woman brushing her teeth with an electric toothbrush

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Zähne und Zahnfleischrand leiden, wenn sie über längere Zeit von Zahnbelag bedeckt sind. Das darunter liegende Gewebe (Zahnschmelz, Zahnfleisch) ist nicht zuletzt den Belastungen durch Säuren ausgesetzt, die die Zahnbelag-Bakterien durch Stoffwechselvorgänge produzieren. Es ist also notwendig, diesen Zahnbelag regelmäßig und auch früh genug zu entfernen. Solange er weich ist, reicht fast schon ein Wischen aus. Ist er schön etwas verhärtet, versuchen nicht wenige Patienten, durch erhöhte Kraft beim Zähneputzen diese störenden Beläge zu beseitigen. Zahnschmelz könne dabei geradezu „weggeschrubbt“ werden, sagte DGI-Pressesprecher Prof. Dr. German Gomez-Roman in einem Ratgeberbeitrag: Zahnärzte sehen dann Putzrillen auf den Zahnoberflächen. Aber auch das Zahnfleisch kann zurückweichen, weil es durch die überstarke Putzkraft „gestresst“ wird. Die Folge sind oft übersensible Zähne und Zahnhälse, die beispielsweise auf Kälte mit Schmerz reagieren. Im Winter, so Professor Gomez-Roman, kann Kältezahnschmerz schon beim Atmen mit offenem Mund auftreten. Die Prophylaxeexperten in der Zahnarztpraxis empfehlen Patienten, die zu kraftvoll Zähne putzen, daher oft elektrische Zahnbürsten, die meist schonender den Mund reinigen als eine falsch geführte Handzahnbürste. Einige Produkte verfügen auch über Warnhinweise, die einen zu hohen Putzdruck signalisieren.

Antibiotika: auch in der Zahnmedizin manchmal ein Muss

dginews-logo09.12.2014

several white round pills on hand closeup

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Chirurgische Verfahren in der Zahnarztpraxis, von Extraktion bis Implantation, sind ein invasiver Eingriff: Es wird tieferes Gewebe geöffnet, das normalerweise durch das Zahnfleisch vor äußeren Keimbelastungen geschützt ist. Zu solchen invasiven Eingriffen gehört auch das Einsetzen eines Implantates. Nicht zuletzt bei Patienten mit Vorerkrankungen und geschwächtem Immunsystem wird daher oft rechtzeitig vor dem Eingriff seitens der Zahnarztpraxis ein für zahnärztliche Maßnahmen ausgerichtetes Antibiotikum verordnet, das möglichen Infektionen nach der chirurgischen Behandlung vorbeugen kann. Dieses Verfahren hat sich sehr bewährt, wie Prof. Dr. Bilal Al-Nawas von der Universität Mainz beim Deutschen Zahnärztetag berichtete. Während früher je nach Fall über eine längere Zeit im Vorfeld des Eingriffs mit Antibiotika „vorgebeugt“ wurde, reicht neueren Erkenntnissen zufolge eine gezielt gegebene Einmalgabe in der Regel aus. Auch bei Infektionserkrankungen im Mund wie Parodontitis und Periimplantitis kann der Einsatz eines Antibiotikums sinnvoll sein – hier wird inzwischen aber sehr vorsichtig gehandelt und auf ein Gesamtbehandlungskonzept geachtet, in dem diese Medikamentengruppe nur eine Rolle von vielen spielt. Das Ziel: Durch verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika soll die Entwicklung von Resistenzen bei den Bakterien reduziert und damit die Wirksamkeit der wichtigen Medikamente erhalten werden.

Individualisierte Zahnmedizin: nicht nur ein Zukunftsthema

dginews-logo04.12.2014

A mature dentist discussing the dental procedure with his pretty young patient

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Der diesjährige Deutsche Zahnärztetag im Herbst in Frankfurt hatte sich das Thema „individualisierte Zahnmedizin“ als Obertitel gegeben. Der Begriff der „individualisierten Medizin“ kommt ursprünglich aus der Krebsforschung, wie Gastredner Prof. Dr. Manfred Dietel/Charité berichtete: Je nach Tumor, je nach seiner Entwicklung, je nach Patient werde versucht, den besten der verschiedenen Therapie-Wege zu gehen. Dabei wurde auch deutlich, dass eine wirkliche Individualisierung kaum leistbar ist – jedenfalls nicht in naher Zukunft: Es bedarf einer Vielzahl an molekularbiologischen Testverfahren und Langzeitbeobachtungen des Patienten, um seine ganz individuelle gesundheitliche Entwicklung voraussehen und entsprechend, falls möglich, in diese eingreifen und umsteuern zu können. Dennoch ist die „Individualisierung“, nicht zuletzt in der Zahnmedizin, viele Schritte vorangekommen, wie Prof. Dr. Bäbel Kahl-Nieke, Präsidentin der Dachgesellschaft der zahnmedizinischen Wissenschaft (DGZMK) beim Deutschen Zahnärztetag berichtete. So werde beispielsweise bei der Parodontitis heute bedacht, dass sie keine einzige Ursache hat, die man mit einer einfachen Therapie beseitigen kann, sondern im Zusammenhang steht mit sehr komplexen multifaktoriellen Erkrankungen und individuellen Risikofaktoren. Die Parodontitis-Behandlung könne daher von Patient zu Patient deutlich variieren.

Versteck für Zahnbeläge: der Zahnzwischenraum

dginews-logo02.12.2014

Part of female face. Young woman smiling girl cleaning her white teeth with dental floss on blue. Daily health care. Studio shot.

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Mundhygiene ist nicht nur da notwendig, wo man etwas sieht: Riskant für die Mundgesundheit sind daher besonders die Zahnzwischenräume, da sich dort der Biofilm aus Bakterien, Speichel und Nahrungsresten bestens verstecken kann, sagte DGI-Pressesprecher Prof. Dr. German Gomez-Roman kürzlich in einem Zeitungsinterview. Je älter der anfangs weiche Zahnbelag wird, desto härter wird er, daher auch die Bezeichnung „Zahnstein“. Dieser ist meist ohne „Kratzen“ mit Spezialinstrumenten durch das Praxisteam nicht zu beseitigen. Es macht also Sinn, so der DGI-Pressesprecher, Zahnbeläge dann zu entfernen, wenn sie noch frisch sind: Dann reiche oft einfaches Wegwischen, in den Zahnzwischenräumen mit Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürstchen. Bei den kleinen speziellen Bürstchen müsse man allerdings auf die Größe achten: Der Abstand zwischen zwei Zähnen variiere. Manche Zähne stehen eng nebeneinander, andere haben größeren Raum zwischen sich. Für jeden Zahnzwischenraum gibt es daher größenangepasste Reinigungsbürstchen. Auch Zahnseide sei, je nach Bedarf, in verschiedenen Stärkegraden und Strukturen erhältlich. Welche Produkte für einen Patienten am besten passen und wie man sie anwendet, erklären die Profis in den Zahnarztpraxen ganz individuell.