Lange Zahnhälse: Kieferorthopädie kann schaden oder helfen

dginews-logo30.10.2014

Lange Zahnhälse sind nicht nur optisch problematisch: Liegt der Zahnhals frei, ist das empfindliche Zahngewebe in der Pulpa (dem Inneren der Zahnwurzeln) nicht mehr so gut geschützt gegen stressende Faktoren wie Kälte oder Säuren. Hier ist es wichtig, die Gründe für das Zurückweichen des Zahnfleisches zu suchen, denn sie geben auch ein Signal für die Auswahl der zahnärztlichen Behandlung. Wie Oberarzt und Privatdozent Dr. Stefan Fickl bei einer Tagung in Frankfurt kürzlich berichtete, lässt sich das fehlende Gewebe beispielsweise gut durch eine Verdickung des umliegendes Gewebes mit einer kleinen Gewebetransplantation aus einem versteckteren Bereich des Mundes ausgleichen, außerdem bremst das neue schützende Gewebe auch den Abbau von Zahnfleisch. Er wies darauf hin, dass bei manchen Fällen von langen Zahnhälsen kieferorthopädische Zahnbewegungen lieber nicht vorgenommen werden, um die ohnehin eher „dünne“ Gewebesituation nicht weiter zu belasten. Andererseits könne ein kieferorthopädisches Vorgehen aber auch sinnvoll sein, um neues Knochen- und Zahnbett-Gewebe zu erhalten. Es käme auf den Einzelfall an. Dr. Fickl plädierte daher für eine ursachenorientierte Diagnostik der Gründe für den Zahnfleischverlust.

Implantologie: Keine neue Erfindung

dginews-logo28.10.2014

Wenn Implantate heute als „moderne“ Form von Zahnersatz betrachtet werden, genauer: als Ersatz einer verloren gegangenen Zahnwurzel, ist das einerseits richtig, denn in der Tat macht es biologisch meist mehr Sinn, bei Zahnverlust nicht nur die verlorene Zahnkrone, sondern auch deren Wurzel zu ersetzen. Dass Zähne von einer starken, fest im Knochen verankerten Wurzel getragen und gestützt werden, hat sich die Natur nicht ohne Grund einfallen lassen. Genau das aber ist einem nicht erst in der modernen Zeit bewusst. Archäologische Funde zeigen, wie DGI-Pressesprecher Prof. Dr. German Gomez-Roman kürzlich in einem Ratgeber-Forum berichtete, dass schon vor rund 7500 Jahren Knochen vom kleinen Finger implantiert wurden, um Zahnlücken auszugleichen. Bei den Mayas wurden Muschelschalen eingesetzt, die manchmal sogar fest mit dem Knochen zusammenwuchsen. In den letzten Jahrtausenden versuchte man immer wieder neue Wege: geschnitzte Zähne aus allerlei Materialien wie Quarz, Elfenbein, Holz und Metalle. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde einem Patienten ein Gold-Zahn mit Gold-Wurzel eingesetzt. Die Entdeckung bzw. Erfindung moderner biokompatibler Materialien haben dann allerdings den Quantensprung in die moderne Implantologie ermöglicht.

Zahn-Implantate: Wie lange halten sie normalerweise?

dginews-logo25.10.2014

Berechtigterweise wollen Patienten, wenn sie über die Zahnersatzversorgung mit Hilfe von implantatgetragenen Kronen aufgeklärt werden, auch wissen, wie lange diese Versorgung dann erwartungsgemäß halten wird. Diese Frage ist allerdings sehr schwer zu beantworten, da Patienten sich in der Regel eher weniger für die allgemeine Studienlage interessieren, sondern mehr für ihren individuellen Fall. Die Studienlage ist dabei vergleichsweise einfach zu vermitteln: Bei Vergleichen zahlloser Forschungsarbeiten stellt sich als Mittelwert heraus, dass ein Implantat, wenn es gut eingeheilt ist, eine 95-prozentige Chance hat, mindestens zehn Jahre an seinem Platz seinen Dienst zu tun. Vermutlich ist die sogenannte „Liegedauer“ eines Implantates noch erheblich länger, dies ist aber derzeit nicht erhebbar durch wissenschaftliche Arbeiten, da die modernen und im Vergleich zu früheren Produkten deutlich verbesserten Produkte noch gar nicht viel länger auf dem Markt sind. Aber selbst ältere Produkte sind oft nach 20 oder gar 30 Jahren noch an Ort und Stelle. Solche statistischen Daten sind aber für Patienten nur eine allgemeine Grundlage, wie DGI-Pressesprecher Prof. Dr. German Gomez-Roman in einem Informationsportal berichtete: Im Einzelfall kommt es auf die Allgemeingesundheit des Patienten an, auf seine Mundhygiene, auf die spezielle Operationssituation, manchmal auch auf die eventuell zu gering gewählte Anzahl an Implantaten, die eine zu hohe und instabile Belastung abfedern müssen. Viele gesundheitliche Aspekte ließen sich nicht langfristig absehen.

Geschrumpfter Kieferknochen: Krankenkasse muss nicht für Implantate zahlen

dginews-logo23.10.2014

Gesetzliche Krankenkassen müssen selbst dann nicht für eine Implantatbehandlung aufkommen, wenn ein Patient wegen starken Knochenschwundes der Kiefer auf andere Weise nicht mit Zahnersatz versorgt werden kann. Dies hat das Sozialgericht Stuttgart unlängst entschieden. In dem zugrunde liegenden Rechtstreit hatte ein gesetzlich Versicherter seine Krankenkasse auf Übernahme der Kosten für mehrere Zahnimplantate im zahnlosen Oberkiefer verklagt. Der behandelnde Zahnarzt hatte eine konventionelle Versorgung mit einer Prothese für ausgeschlossen gehalten. In seiner Begründung führte das Sozialgericht aus, dass die Behandlung mit Implantaten grundsätzlich nicht zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung gehöre und eine Kieferatrophie nicht zu jenen Ausnahmeindikationen gehöre, bei denen die Kosten übernommen würden. Darum kann eine Zahnzusatzversicherung sinnvoll sein, die solche Kosten abdeckt.